AI-based development of urban climate indicators

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Green fields and urban landscape with imposing, snow-capped mountains in the background. Photo by Daniele Mason.

KI-basierte Entwicklung von Stadtklimaindikatoren: Chancen, Herausforderungen und Perspektiven

Stadtklima – das klingt nach lauen Sommerabenden und kühlen Hinterhöfen. In Wahrheit ist es weit mehr: Es ist ein komplexes, faszinierendes und teils widerspenstiges System, das über Lebensqualität, Gesundheit und die Zukunft urbaner Räume entscheidet. Wer Stadtklima heute noch analog misst, hat schon verloren. Denn die nächste Evolutionsstufe heißt: KI-basierte Entwicklung von Stadtklimaindikatoren. Was das bedeutet, wie viel Hype dahintersteckt und wie die Praxis aussieht, lesen Sie hier – exklusiv bei G+L, wo Stadtklimakompetenz und technischer Weitblick zuhause sind.

  • Definition und Bedeutung von Stadtklimaindikatoren für urbane Planung und Lebensqualität
  • Herausforderungen und Limitationen klassischer Methoden beim Monitoring und der Bewertung des Stadtklimas
  • Wie Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning neue Wege zur Entwicklung, Analyse und Anwendung von Stadtklimaindikatoren eröffnen
  • Technische Grundlagen: Datenerhebung durch Sensorik, Satelliten, Citizen Science und deren intelligente Verknüpfung
  • Praxisbeispiele aus deutschsprachigen Städten, internationalen Benchmarks und aktuelle Forschungsprojekte
  • Potenziale für Klimaresilienz, Hitzeschutz, Luftqualitätsmanagement, Begrünungsplanung und nachhaltige Stadtentwicklung
  • Herausforderungen: Datenqualität, algorithmische Verzerrung, Datenschutz und Governance
  • Rolle von Open Data, Partizipation und interdisziplinärer Zusammenarbeit im KI-gestützten Stadtklimamonitoring
  • Zukunftsperspektiven: Dynamische, adaptive und prädiktive Stadtklimaindikatoren als Gamechanger für urbane Transformation

Stadtklimaindikatoren: Weshalb wir sie neu denken müssen

Das Stadtklima ist in den vergangenen Jahren vom akademischen Orchideenthema zum politischen Dauerbrenner avanciert. Hitzesommer, Feinstaubalarme und Starkregen machen die urbane Atmosphäre zur Gretchenfrage der Stadtentwicklung. Doch wie misst man eigentlich das Klima einer Stadt? Hier kommen Stadtklimaindikatoren ins Spiel – Metriken, die das komplexe Zusammenspiel von Temperatur, Luftfeuchte, Windsystemen, Strahlungshaushalt, Versiegelung und Vegetation auf ein analytisches Maß herunterbrechen. Sie sind das Werkzeug, um urbane Hitzeinseln zu kartieren, Frischluftkorridore zu identifizieren und die Wirkung von Begrünungsmaßnahmen zu beziffern. Ohne sie wäre nachhaltige Stadtplanung ein Blindflug.

Traditionell beruhen diese Indikatoren auf festen Messstationen, langjährigen Mittelwerten und statischen Modellen. Das klingt solide, ist aber in einer zunehmend fragmentierten, dynamischen und klimaaktiven Stadt leider zu wenig. Eine Messstation auf dem Rathausdach sagt wenig über die Temperaturspitzen im Hinterhofquartier oder die nächtliche Abkühlung in der Plattenbausiedlung. Hinzu kommt: Die klassische Methodik ist langsam, teuer und nicht selten von politischen Interessen überlagert. Wer einmal versucht hat, einen Hitzestressindex für eine ganze Stadt zu rechnen, weiß, wie viele Datenlücken, Unsicherheiten und Rechenfehler dabei auflauern.

Dass Stadtklimaindikatoren neu gedacht werden müssen, erkennen mittlerweile Kommunen, Wissenschaft und Planer gleichermaßen. Es geht nicht mehr nur um die Frage, ob ein Park kühlend wirkt – sondern wie stark, wann, für wen und mit welchem langfristigen Effekt. Auch die Interaktionen von Bebauung, Verkehr, Grünflächen und sozialen Faktoren rücken in den Fokus. Ein statischer Index ist dafür schlicht zu träge. Gefragt sind dynamische, adaptive und kontextsensitive Indikatoren, die sich in Echtzeit aktualisieren und auf lokale Besonderheiten reagieren können. Genau hier betritt die Künstliche Intelligenz die Bühne.

KI-basierte Entwicklung von Stadtklimaindikatoren verspricht nicht weniger als eine Revolution. Statt monatelanger Datenauswertung und Modellanpassung können Algorithmen Millionen von Messwerten in Sekunden verarbeiten, Muster erkennen und sogar zukünftige Trends simulieren. Doch wie funktioniert dieser neue Ansatz in der Praxis? Welche Technologien und Methoden kommen zum Einsatz? Und wie können Planungsbüros, Behörden und Stadtverwaltungen davon profitieren, ohne die Kontrolle aus der Hand zu geben?

Die Antwort liegt in einer konsequenten Digitalisierung und Vernetzung urbaner Klimadaten, in einem neuen Selbstverständnis der Planung sowie in der Fähigkeit, mit Unsicherheiten und Komplexitäten souverän umzugehen. KI wird nicht alles lösen. Aber sie kann helfen, das Undenkbare denkbar und das Unmessbare messbar zu machen – zumindest ein Stück weit.

Die Herausforderung besteht darin, klassische Indikatoren mit neuen Datenquellen und intelligenten Auswertungsmethoden zu verschmelzen. Nur so entsteht ein Stadtklimamonitoring, das die Realität nicht nur abbildet, sondern auch aktiv gestaltet. Die Stadt der Zukunft braucht eben nicht nur mehr Grün – sie braucht auch mehr KI.

Künstliche Intelligenz im Stadtklimamonitoring: Datenquellen, Methoden und Potenziale

Der Sprung von der analogen zur KI-basierten Entwicklung von Stadtklimaindikatoren beginnt mit der Datengrundlage. Klassische Stationsnetze werden ergänzt durch dichte Sensornetzwerke, mobile Messungen, Fernerkundung per Satellit und Drohne sowie die Einbindung von Citizen Science. So entstehen feingliedrige, heterogene und oft riesige Datenmengen, die für den Menschen kaum noch handhabbar sind. Genau das ist das Spielfeld der Künstlichen Intelligenz: Sie kann Daten aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführen, Plausibilitätsprüfungen automatisiert durchführen und bisher unbekannte Zusammenhänge sichtbar machen.

Eine Schlüsseltechnologie ist das maschinelle Lernen, insbesondere Deep Learning mit neuronalen Netzen. Algorithmen werden darauf trainiert, typische Muster urbaner Hitzeinseln, Luftströmungen oder Feuchtigkeitsgradienten zu erkennen und mit Bauformen, Vegetation oder Verkehrsströmen zu verknüpfen. Dabei werden historische Messreihen, aktuelle Sensordaten und sogar Prognosemodelle simultan ausgewertet. Die Folge: Stadtklimaindikatoren werden granularer, flexibler und vor allem prädiktiv – sie sagen nicht nur, was ist, sondern auch, was sein wird.

Ein Beispiel: In Wien kombiniert das Stadtklimamonitoring KI-basierte Hitzeindizes mit Echtzeitdaten aus dem Mobilfunknetz und meteorologischen Modellen. So können akute Hitzestresszonen in einzelnen Straßenvierteln identifiziert und gezielt Maßnahmen wie temporäre Verschattungen, Sprühnebelanlagen oder Baumstandorte vorgeschlagen werden. In Zürich werden KI-gestützte Luftqualitätsindikatoren genutzt, um die Wirkung von Verkehrslenkungen, Baustellen oder temporären Events auf die städtische Atmosphäre zu simulieren – und das alles nahezu in Echtzeit.

Auch in deutschen Städten wie Hamburg, München oder Freiburg entstehen Pilotprojekte, bei denen KI eingesetzt wird, um das Zusammenspiel von Klima, Stadtstruktur und menschlichem Verhalten besser zu verstehen. Dabei geht es nicht nur um die reine Datenauswertung, sondern um die Entwicklung neuer, kontextsensitiver Indikatoren: Wie verändert sich der Kühleffekt einer Grünfläche bei Trockenstress? Wie wirken sich Baustellen auf lokale Windsysteme aus? Welche Rolle spielt die soziale Nutzung von Parks für das Stadtklima? KI hilft, diese Fragen datenbasiert anzugehen.

Das große Potenzial der KI liegt in der Integration: Sie verknüpft Stadtklimadaten mit Verkehrs-, Energie- und Mobilitätsdaten, erkennt Korrelationen und liefert Planern so eine solide Grundlage für adaptive, resiliente Entscheidungen. Die Stadtentwicklung wird dadurch reaktiver, schneller und gezielter – zumindest in der Theorie. Denn die Praxis kennt auch Schattenseiten, auf die wir später noch zu sprechen kommen.

Wichtig ist: KI-basierte Stadtklimaindikatoren sind nur so gut wie die Daten, mit denen sie gefüttert werden. Datenqualität, Vollständigkeit und Transparenz sind die Grundpfeiler eines funktionierenden Systems. Ohne sie droht die schöne neue KI-Welt zur digitalen Black Box zu verkommen, deren Ergebnisse niemand mehr nachvollziehen kann.

Vom Modell zur Praxis: Anwendungen, Chancen und Grenzen

Die Anwendungsmöglichkeiten KI-basierter Stadtklimaindikatoren sind so vielfältig wie die Städte selbst. Sie reichen von der Hitzeaktionsplanung über die Begrünungsstrategie bis zur Simulation klimafreundlicher Mobilitätskonzepte. Besonders gefragt sind dynamische Indikatoren, die Planern, Architekten und Verwaltungen in Echtzeit zeigen, wie sich Maßnahmen auf das Stadtklima auswirken. Ein klassisches Beispiel ist der Einsatz von KI in der Planung von Frischluftschneisen: Wo führen neue Gebäude zu gefährlichen Windstauungen? Wo kann gezielte Begrünung das Mikroklima verbessern? KI-Modelle liefern hier schnelle, belastbare und nachvollziehbare Antworten – sofern die Eingabedaten stimmen.

Auch im Bereich der Hitzeschutzplanung eröffnen sich neue Horizonte. In Frankfurt am Main etwa wird derzeit ein KI-gestütztes System getestet, das aus Satellitendaten, Verkehrszählungen und Wettermodellen einen tagesaktuellen Hitzestressindex berechnet. Dieser wird genutzt, um vulnerable Gruppen besser zu schützen, Wasserspender strategisch zu platzieren und Notfallpläne dynamisch anzupassen. In Bern wiederum analysiert ein KI-System die Auswirkungen von Dachbegrünungen auf die lokale Temperaturverteilung – und gibt Empfehlungen für eine klimagerechte Flächenverteilung in Neubaugebieten.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Städte werden reaktionsfähiger, Planungsprozesse transparenter, Beteiligungsmöglichkeiten niedrigschwelliger. KI-basierte Stadtklimaindikatoren erlauben es, Szenarien zu simulieren, Alternativen durchzuspielen und die Auswirkungen von Maßnahmen zu quantifizieren – und zwar bevor sie umgesetzt werden. Das spart Zeit, Kosten und politische Reibungsverluste. Nicht zuletzt wird die Kommunikation mit Bürgern erleichtert: Komplexe Klimazusammenhänge lassen sich visuell und verständlich vermitteln, was die Akzeptanz für Maßnahmen erhöht.

Doch die Praxis zeigt auch Grenzen auf. Viele KI-Systeme sind noch experimentell, ihre Algorithmen für Laien kaum nachvollziehbar. Wer entscheidet, welche Indikatoren relevant sind? Wie werden Unsicherheiten kommuniziert? Und wie lässt sich verhindern, dass die Systeme vorhandene soziale oder räumliche Verzerrungen verstärken? Gerade im Bereich des Datenschutzes, der algorithmischen Fairness und der Governance sind noch viele Fragen offen. Es droht die Gefahr, dass sich Planer zu sehr auf die vermeintliche Objektivität der KI verlassen – und dabei lokale Besonderheiten, Erfahrungswissen und Beteiligungsprozesse ausblenden.

Eine weitere Herausforderung ist die Integration in bestehende Verwaltungsstrukturen. Viele Kommunen arbeiten noch mit veralteten IT-Systemen, fragmentierten Datenbeständen und mangelnder Schnittstellenkompetenz. KI-Projekte scheitern nicht selten an fehlender Datenhoheit, Datenschutzbedenken oder schlicht am politischen Willen. Hier ist ein Kulturwandel gefragt: Stadtklima muss als dynamisches, datengetriebenes und partizipatives Feld begriffen werden, in dem KI als Werkzeug – nicht als Ersatz für Planungskompetenz – genutzt wird.

Die Zukunft gehört jenen Städten, die es schaffen, technologische Innovation mit Governance, Transparenz und Bürgerbeteiligung zu verbinden. KI kann das Stadtklima verbessern – aber eben nur, wenn der Mensch am Steuer bleibt.

Daten, Ethik und Mitbestimmung: Herausforderungen der KI-basierten Stadtklimaindikatoren

So verheißungsvoll die neuen Möglichkeiten auch sind, sie werfen gravierende Fragen auf. Wer kontrolliert die Algorithmen? Wie transparent sind die Entscheidungsprozesse? Und was passiert mit den gesammelten Daten? Gerade im Bereich des Stadtklimas, wo Gesundheits- und Umweltdaten auf individuelle Verhaltensmuster treffen, ist der Umgang mit sensiblen Informationen ein Minenfeld. Datenschutz-Grundverordnung, Open-Data-Initiativen und kommunale IT-Richtlinien bilden einen engen regulatorischen Rahmen, in dem Innovation stattfinden muss.

KI kann nur so fair und transparent sein wie die Menschen, die sie entwickeln und betreiben. Algorithmen sind nicht neutral – sie spiegeln die Annahmen, Vorurteile und Zielsetzungen ihrer Entwickler wider. Wer entscheidet, welche Faktoren in den Stadtklimaindikator einfließen? Welche Gewichtung bekommt der Schattenwurf eines Hochhauses gegenüber der Kühlleistung eines Parks? Hier sind interdisziplinäre Teams gefragt: Stadtplaner, Informatiker, Klimatologen und Ethiker müssen gemeinsam Standards entwickeln, um algorithmische Verzerrungen zu minimieren und eine faire, inklusive Anwendung zu gewährleisten.

Ein weiteres Risiko ist die Kommerzialisierung der Stadtklimadaten. Wenn private Unternehmen die Kontrolle über relevante Algorithmen und Daten erhalten, droht ein Machtverlust öffentlicher Planung. Städte müssen daher auf offene Plattformen, transparente Schnittstellen und die Souveränität über ihre Daten achten. Open-Source-Initiativen, wie sie etwa in Zürich, Wien oder Hamburg vorangetrieben werden, sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Sie ermöglichen nicht nur die Nachvollziehbarkeit der Indikatoren, sondern fördern auch Innovation und Beteiligung.

Partizipation ist das Zauberwort der Stunde. KI-basierte Stadtklimaindikatoren entfalten ihr volles Potenzial nur, wenn sie mit lokalem Wissen, Alltagserfahrungen und Bürgerfeedback verknüpft werden. Citizen Science-Projekte, offene Klimadatenportale und interaktive Visualisierungstools sind Bausteine für eine demokratische, inklusive Stadtklimaplanung. Nur so entsteht Akzeptanz – und nur so können Fehlentwicklungen frühzeitig erkannt und korrigiert werden.

Schließlich bleibt die Herausforderung, Unsicherheiten transparent zu machen. KI-Systeme sind keine Wahrsager, sondern liefern Wahrscheinlichkeiten und Szenarien – keine Gewissheiten. Planer und Verwaltungen müssen lernen, mit diesen Unsicherheiten konstruktiv umzugehen, Risiken zu kommunizieren und Entscheidungsprozesse offen zu gestalten. Nur so wird KI vom Tech-Hype zum strategischen Werkzeug einer klimagerechten Stadtentwicklung.

Das Ziel kann nicht sein, menschliche Planung durch Algorithmen zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, die kollektive Intelligenz von Mensch und Maschine zu nutzen, um den komplexen Herausforderungen des urbanen Klimas besser begegnen zu können.

Perspektiven: Adaptive, prädiktive und resiliente Stadtklimaindikatoren als Schlüssel zur nachhaltigen Stadt

Wer sich heute mit KI-basierten Stadtklimaindikatoren beschäftigt, blickt in eine aufregende, aber auch herausfordernde Zukunft. Die Vision: Indikatoren, die nicht nur die aktuelle Situation abbilden, sondern sich dynamisch anpassen, auf neue Herausforderungen reagieren und sogar proaktiv vor Risiken warnen können. Adaptive Indikatoren, die Hitzewellen, Starkregen, Luftverschmutzung und deren Wechselwirkungen in Echtzeit analysieren und Handlungsempfehlungen ausspielen – das ist das Ziel moderner Stadtklimaplanung.

Mit prädiktiven Modellen lässt sich der Klimaschutz in die tägliche Verwaltungspraxis integrieren. Straßenbegrünung, Entsiegelung, smarte Verschattungssysteme oder innovative Kühlkonzepte können gezielt dort eingesetzt werden, wo sie die größte Wirkung entfalten. KI-basierte Simulationen ermöglichen es, verschiedene Szenarien durchzuspielen, Alternativen zu bewerten und so eine resiliente, nachhaltige Stadtentwicklung zu fördern. Die klassische Trennung zwischen Planung und Betrieb wird dabei zunehmend aufgehoben – der „atmende“ Stadtklimaindikator begleitet die Stadt im Wandel.

International zeigen Städte wie Singapur, Melbourne oder Kopenhagen, wie KI-basierte Indikatoren in die Governance, das Risikomanagement und die Bürgerbeteiligung integriert werden können. In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es noch Nachholbedarf, aber auch eine Vielzahl spannender Pilotprojekte: Von KI-gestütztem Hitzeaktionsmanagement in Berlin über smarte Klimaplattformen in Graz bis zu partizipativen Luftqualitätsmonitorings in Zürich ist die Bandbreite groß – und das Innovationspotenzial enorm.

Die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg bleibt die Bereitschaft zum Wandel. Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssen gemeinsam an offenen Standards, verständlichen Modellen und einer fairen Governance arbeiten. Nur so lässt sich vermeiden, dass KI zu einem weiteren Instrument der Exklusion oder Technokratie wird. Die Stadt der Zukunft braucht keine Black Boxes, sondern transparente, nachvollziehbare und partizipative Systeme.

Das große Versprechen der KI-basierten Entwicklung von Stadtklimaindikatoren ist die Ermöglichung einer wirklich adaptiven, resilienten und nachhaltigen Stadt. Sie gibt Planern, Architekten, Entscheidungsträgern und Bürgern neue Werkzeuge an die Hand, um gemeinsam die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen. Doch sie verlangt auch Mut, Offenheit und eine neue Kultur der Zusammenarbeit – lokal, regional und international.

Die Transformation hat begonnen. Wer jetzt einsteigt, kann die Entwicklung mitgestalten. Wer zögert, muss sich von den Simulationen und Szenarien anderer Städte überholen lassen. Die Zukunft der Stadtklimaplanung ist digital, datengetrieben, intelligent – und vor allem: offen für Neues.

Zusammenfassung: KI-basierte Entwicklung von Stadtklimaindikatoren ist der Gamechanger für die urbane Planung der Zukunft. Sie verspricht eine nie dagewesene Präzision, Dynamik und Adaptivität bei der Analyse und Steuerung städtischer Klimaprozesse. Von der Datenerhebung über die algorithmische Auswertung bis zur partizipativen Anwendung reichen die Möglichkeiten – und Herausforderungen. Entscheidend ist, dass technologische Innovation mit Governance, Ethik und Beteiligung Hand in Hand geht. Nur dann werden KI-gestützte Stadtklimaindikatoren zum Werkzeug einer wirklich nachhaltigen, resilienten und lebenswerten Stadt. G+L bleibt auch in diesem Feld das Magazin, das Debatten anstößt, Orientierung bietet und technisches Know-how mit urbaner Leidenschaft verbindet.

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Change of perspective – from art to architecture

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The exhibition "Metamorphosis" by architect Heike Hanada can be seen at the Architekturgalerie Berlin until June 22.

If you leave the loud noise of the traffic on Karl-Marx Allee behind you and enter the main room of the Architekturgalerie Berlin, you immediately realize that the current exhibition “Metamorphosis” is a particularly “quiet” architecture exhibition. The white walls are not covered in sketches and drawings, nor is the gallery transformed into a […]

If you leave the loud noise of the traffic on Karl-Marx Allee behind you and enter the main room of the Architekturgalerie Berlin, you immediately realize that the current exhibition “Metamorphosis” is a particularly “quiet” architecture exhibition.

The white walls are not overlaid with sketches and drawings, nor is the gallery transformed into a landscape of installations or sculptures.

Rather, the space evokes the association of an art exhibition through the abstraction and targeted placement of individual photographs and models, emphasizing the handling of space, emptiness, materiality and object.

The “Metamorphosis” exhibition opened on May 9 – exactly four weeks after the opening of the Bauhaus Museum in Weimar.

One hundred years after the founding of the state Bauhaus school by Walter Gropius, the Bauhaus Museum by architect Heike Hanada has now been opened in Weimar. A place that shows the collected works from the first phase of the school of design and revives the Bauhaus’ love of experimentation and culture of ideas. The museum aims to emphasize the workshop character of the Bauhaus through its rough concrete walls.

In a similar way, Hanada combines the spirit of experimentation, art and architecture in the “Metamorphosis” exhibition. The exhibited works show parts of the Bauhaus Museum’s development process and the connection between the spirit of experimentation, art and architecture.

The architect borrows the term “metamorphosis” from geology, botany, zoology and mythology. There, “metamorphosis” is defined as the transformation or metamorphosis of one object or state into another. Heike Hanada draws on this process of transformation in her exhibition. In this sense, for example, a vacant plinth is transformed into a sculpture and the concrete block in turn becomes a plinth.

The composition of the exhibition objects does not seem to follow any particular order. Instead, the individual objects appear to communicate with each other. As if it were a matter of course, a study work by Hanada hangs directly next to a photograph of the finished Bauhaus Museum in Weimar.

The result is a flowing transition between experiment and completion, work and process, art and architecture, which Hanada depicts in drawings, models, a video installation and photographs by Andrew Alberts.

Healing architecture: “The sick house” exhibition

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A building complex with several houses with flat roofs, large window areas and partly with wooden cladding. Credit: Agatharied District Hospital, © Nickl & Partner, Photo: Stefan Müller-Naumann

What does healing architecture look like? For the exhibition "Das Kranke(n)haus", TUM students analyzed several examples, including the Agatharied district hospital by Nickl und Partner. Credit: © Nickl & Partner, Photo: Stefan Müller-Naumann

Houses help to heal – this is a brief summary of the core message of the current exhibition at the Architekturmuseum der TU München. Based on scientific studies, the show is dedicated to hospital construction and how its design can influence the well-being of patients. There is not only something to see and read in the exhibition, but also something to smell.

Houses help to heal – this is a brief summary of the core message of the current exhibition at the Architekturmuseum der TU München. Based on scientific studies, the show is dedicated to hospital construction and how its design can influence the well-being of patients. There is not only something to see and read in the exhibition, but also something to smell.

At first glance, the wall looks almost like any other. However, an elongated, rectangular surface stands out slightly from the white in terms of color and texture. What is special about this surface is that if you run your fingertips over it, it activates odor molecules. The wall begins to smell; the scent is reminiscent of earth or moss, mixed with something else, harder to name. The installation “MAKING SENSE” by Norwegian artist and smell researcher Sissel Tolaas can be smelled in an exhibition about hospital architecture. When designing hospitals, the olfactory backdrop is one of several factors that can influence how the architecture affects the well-being of patients. On the wall in the exhibition, Tolaas’ installation is now intended to make “healing smells” tangible for visitors.

On July 11, the Architecture Museum of the Technical University of Munich opened the exhibition “Das Kranke(n)haus. How architecture helps to heal”. It is about the architecture of hospitals and the effects – both negative and positive – that these buildings can have on people. In short: how appropriately designed architecture can help sick people recover. The exhibition was curated by architectural psychologist Tanja C. Vollmer, Director of the Museum of Architecture Andres Lepik and Lisa Luksch, research assistant at the Chair of Architectural Theory and Curatorial Practice. Federal Minister of Health Karl Lauterbach is the patron of the exhibition.

The background to the exhibition is also a shortcoming that has been recognized in hospital construction in Germany. After clinics in the 20th century were primarily geared towards efficiency and economy, flexibility and rationalization, the approaches of “healing architecture” are now focusing on people again. However, such approaches and “evidence-based design” – i.e. design based on scientific findings – are not yet widely enough recognized and applied in Germany, as the museum writes. The exhibition aims to encourage a rethink of the role architecture plays in the healthcare sector and the possibilities and tasks of hospital construction.

The installation at the beginning of the exhibition is almost like looking through an oversized keyhole into a hospital room. The wall on the left is mirrored; a green fabric panel is suspended in the room and separates a “room”. Through a large, circular cut-out in the fabric, visitors can see the head end of a hospital bed from behind. The few elements are enough to evoke associations with a patient’s room. The exhibition also provides insights into such rooms. And the show will be about something else that the installation may suggest. The cut-out in the fabric directs the visitor’s gaze. As you are standing behind the hospital bed, you are looking in the same direction and therefore have the same view as a patient in the bed. And the hospital bed faces the window front onto the meadow in front of the museum. Visitors take on the perspective of the patients.

The exhibition is divided into three sections. The first, entitled “Experiment”, presents therapy and aftercare facilities. Photos, plans, models and texts in German and English, displayed on large wooden stands, convey the examples. The title of the section refers to the fact that these facilities are less regulated, less technical and less complex than hospitals – and have therefore long been a field of experimentation for healing architecture, according to the museum. The buildings presented include the REHAB in Basel, a clinic for the rehabilitation of people with brain damage and/or paraplegia. The new REHAB building by Herzog & de Meuron opened in 2002. The project presentations are accompanied by large infographics on the side walls, for example on the lifespan of hospitals.

The second and central section of the exhibition is also visually different from the first. While the displays in the first section were curved and irregularly shaped, the supports for the examples in the second section are rectangular. The color scheme here is closely linked to the structure of the content.

Entitled “Evidence”, this section presents evidence-based design, as well as the “healing seven”. These refer to factors in the hospital architecture that can influence the stress experienced by severely and chronically ill patients. In order to reduce such harmful stress, these environmental factors can be taken into account when designing the buildings.

The Healing Seven are based on scientific research by Vollmer and architect Gemma Koppen. Over a period of more than ten years, they investigated the influence that the environment in hospitals has on the stress perception of seriously and chronically ill patients. Last year, Vollmer and Koppen then defined the following “healing seven”:

  • Orientation
  • Olfactory environment
  • Soundscape
  • Privacy and retreat
  • Power points
  • View and foresight
  • Human scale

In preparation for the exhibition, TUM Master’s students analyzed national and international hospital projects with regard to these seven factors. The 13 projects presented in the exhibition are each assigned to one of the healing seven. The color concept of the displays – each of the factors is assigned a color – picks up on this visually.

Among the projects presented in the second part of the exhibition is the Agatharied Hospital in Hausham, Bavaria, designed by Nickl and Partner and completed in 1998. International examples include the Friendship Hospital Satkhira in southwest Bangladesh by Kashef Chowdhury/URBANA (2018) and the Bürgerspital Solothurn in Switzerland by Silvia Gmür Reto Gmür Architekten (2021). In this section, visitors will also come across visitors standing unusually close to the wall – to smell the aforementioned olfactory installation by Sissel Tolaas.

The end of the exhibition is designed to be open, in the literal sense: in a so-called forum, visitors can exchange ideas with each other and with experts during their visit to the exhibition or in event formats. Literature on the topic is on display, and visitors can browse through it or discuss it at a large round table. Another olfactory installation by Sissel Tolaas in the form of several translucent fabric panels hangs at the end of this room; video clips are shown on screens behind them. In this forum, the status quo, solutions and a human-centered future of hospital planning and construction are to be discussed and shaped together, as the museum writes.

The exhibition at the TUM Architecture Museum in the Pinakothek der Moderne runs until January 21, 2024. The Pinakothek is open daily from 10 a.m. to 6 p.m. except Mondays, and until 8 p.m. on Thursdays.

“The sick house. How architecture helps to heal.”

Architecture Museum of the TUM in the Pinakothek der Moderne, Munich
July 12, 2023 to January 21, 2024
Curators and curators: Tanja C. Vollmer, Andres Lepik, Lisa Luksch
Curatorial and scientific collaboration: Zeynep Ece Sahin, Friedrich Mönninger
Exhibition architecture: IMS Studio and Friederike Daumiller
Graphic design: strobo B M
The exhibition is accompanied by a catalog.

Let’s stay on topic: the winning design in the competition for a new hospital in Liezen also uses the keyword “healing architecture”. More about the design by Franz&Sue with Maurer&Partner here: Liezen lead hospital