Digital-first approval process – from application to algorithm

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A busy Zurich city street with numerous cars and high-rise buildings, photographed by Bin White

Städte, die Genehmigungen noch auf Papier stempeln, könnten bald so aus der Zeit fallen wie Telefonzellen im Smartphone-Zeitalter. Denn digitale Genehmigungsverfahren krempeln den urbanen Alltag um: Vom Bauantrag bis zur Baugenehmigung, von der Bürgerbeteiligung bis zur Algorithmus-getriebenen Entscheidung – alles läuft digital, schnell und (theoretisch) transparent ab. Aber wie nahe sind Deutschland, Österreich und die Schweiz wirklich an diesem Paradigmenwechsel? Und warum ist das Thema nicht nur eine Frage von Effizienz, sondern von Macht, Kultur und nachhaltiger Stadtentwicklung?

  • Erklärung des Begriffs „Digital-first Genehmigungsverfahren“ und warum er die Planungswelt herausfordert.
  • Analyse der technischen Grundlagen: Datenplattformen, Schnittstellen, Künstliche Intelligenz und Automatisierung.
  • Einblick in Best-Practice-Beispiele aus Europa und internationalen Metropolen.
  • Relevanz für nachhaltige Stadtentwicklung, Klimaresilienz und Partizipation.
  • Herausforderungen: Rechtliche Rahmenbedingungen, Datenschutz, Schnittstellenprobleme, Akzeptanz.
  • Rolle von Planern, Verwaltung und Softwareanbietern im digitalen Wandel.
  • Chancen durch mehr Transparenz, schnellere Verfahren und neue Beteiligungsmodelle.
  • Risiken durch Kommerzialisierung, algorithmische Verzerrung und den Verlust planerischer Kontrolle.
  • Strategien für die erfolgreiche Implementierung im deutschsprachigen Raum.
  • Abschließende Bewertung, Ausblick und Handlungsimpulse für Fachleute.

Digital-first Genehmigungsverfahren: Von der Papierakte zum Algorithmus

Genehmigungsverfahren waren jahrzehntelang der Inbegriff für bürokratische Langsamkeit und analoge Beharrlichkeit. Wer je einen Bauantrag in fünffacher Ausfertigung, mit handschriftlichen Unterschriften und Siegelstempeln auf den Weg gebracht hat, kennt das berühmte Gefühl: Warten auf den Eingangsstempel, bangen um die Lesbarkeit der Pläne, hoffen auf den wohlwollenden Sachbearbeiter. Doch die Zeiten ändern sich – und mit ihnen die Erwartungen an Verwaltung, Effizienz und Transparenz. Das Schlagwort „Digital-first“ ist längst kein Buzzword mehr, sondern politische Zielvorgabe. Im Zentrum steht die Digitalisierung sämtlicher Genehmigungsprozesse, von der Antragstellung über die Prüfung bis zur Bescheidzustellung.

Doch was bedeutet das konkret? Im Kern beschreibt ein Digital-first-Genehmigungsverfahren die konsequente Digitalisierung aller Schritte, die zur Erteilung einer Genehmigung nötig sind. Das beginnt bei der Online-Einreichung von Anträgen und reicht bis zur algorithmisch unterstützten Bewertung und automatischen Bescheid-Erstellung. Die Vision: Eine vernetzte Datenplattform, die alle relevanten Informationen bündelt, Schnittstellen zu anderen Behörden öffnet und sowohl Planern als auch Bürgern Echtzeit-Einblick ermöglicht. Dabei geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch um Qualität und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen.

Die Grundlagen dafür sind anspruchsvoll. Neben leistungsfähigen IT-Infrastrukturen braucht es standardisierte Datenformate, sichere Authentifizierung, digitale Signaturen und – nicht zuletzt – klare gesetzliche Rahmenbedingungen. In der Praxis kommt es häufig auf die Schnittstellen an: Nur wenn Bauämter, Umweltbehörden, Feuerwehren, Versorger und externe Gutachter über digitale Workflows verbunden sind, kann der Traum vom durchgängig digitalen Verfahren Wirklichkeit werden. Und hier wird es spannend – denn die Realität in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist noch bunt gemischt.

Während in Estland oder Singapur digitale Genehmigungen längst in wenigen Tagen erteilt werden, kämpfen deutschsprachige Kommunen oft noch mit Insellösungen, Medienbrüchen und Papierarchiven. Dabei wäre das Potenzial riesig: Schnellere Verfahren könnten die Wohnungsbaukrise entschärfen, digitale Beteiligung die Akzeptanz von Projekten erhöhen und algorithmische Analysen die Stadtentwicklung nachhaltig verbessern. Doch zwischen Vision und Wirklichkeit klafft noch eine Lücke, die mit Technik allein nicht zu schließen ist.

Im Zentrum des Wandels stehen nicht nur neue Tools, sondern ein verändertes Verständnis von Planung und Verwaltung. Der Übergang zum Digital-first-Prinzip fordert tradierte Rollen heraus, verlangt neue Kompetenzen und stellt die Frage: Wer kontrolliert künftig die Entscheidungsprozesse – menschliche Fachleute oder automatisierte Systeme?

Technische Grundlagen: Datenplattformen, Schnittstellen und KI im Genehmigungsprozess

Der technische Unterbau digitaler Genehmigungsverfahren ist komplex – und zugleich faszinierend. Im Zentrum steht meist eine zentrale Datenplattform, die als „Single Source of Truth“ für alle am Verfahren Beteiligten dient. Hier laufen sämtliche Informationen, Dokumente, Pläne und Stellungnahmen zusammen. Moderne Systeme setzen auf offene Schnittstellen (APIs), die den Datenaustausch zwischen verschiedenen Fachanwendungen ermöglichen – von der Bauleitplanung über Umweltverträglichkeitsprüfungen bis zum Katasteramt. Ziel ist es, Medienbrüche zu vermeiden und einen kontinuierlichen digitalen Workflow zu schaffen.

Ein entscheidender Baustein sind standardisierte Datenformate. Building Information Modeling (BIM) etwa ermöglicht es, Bauprojekte als digitale Zwillinge abzubilden – mit allen relevanten Attributen, von der Statik über die Energieeffizienz bis zur Barrierefreiheit. Wenn diese Modelle in die Genehmigungsplattform integriert werden, lassen sich Prüfungen automatisieren: Der Algorithmus erkennt Abweichungen, prüft Mindestabstände, berechnet Verschattungen und kontrolliert Brandschutzauflagen. Das Resultat: Fehler werden früh erkannt, Nachfragen reduziert und der gesamte Prozess beschleunigt.

Künstliche Intelligenz (KI) spielt in neuesten Systemen eine immer größere Rolle. Sie kann Anträge kategorisieren, Risiken bewerten, Prognosen erstellen und sogar Beteiligungsverfahren moderieren. In einigen Pilotprojekten kommen intelligente Chatbots zum Einsatz, die Antragsteller durch den Dschungel der Anforderungen lotsen. Andere nutzen Natural Language Processing (NLP), um Freitext-Eingaben zu analysieren und mit Regelwerken abzugleichen. Die Zukunft könnte darin liegen, dass KI-basierte Systeme nicht nur prüfen, sondern auch Vorschläge für Optimierungen machen – etwa zur Flächennutzung, Klimaanpassung oder Begrünung.

Datensicherheit und Datenschutz sind dabei zentrale Herausforderungen. Genehmigungsverfahren betreffen sensible Informationen, von Grundstücksdaten über persönliche Angaben bis zu kritischen Infrastrukturen. Die Systeme müssen höchsten Anforderungen an IT-Sicherheit genügen, rollenbasierte Zugriffsrechte implementieren und transparente Protokollierungen gewährleisten. Hier zeigt sich, dass Technik und Recht Hand in Hand gehen müssen – denn die Digitalisierung darf nicht zum Risiko für Privatsphäre oder Gemeinwohl werden.

Schließlich ist auch die Nutzerfreundlichkeit entscheidend. Komplexe Plattformen schrecken Antragsteller und fachfremde Beteiligte schnell ab. Erfolgreiche Systeme setzen daher auf intuitive Oberflächen, klare Anleitungen und Echtzeit-Feedback. Die besten Lösungen entstehen dort, wo Softwareentwickler, Planer und Verwaltungspraktiker von Beginn an zusammenarbeiten und iterative Verbesserungen zulassen.

Best Practices und internationale Vorbilder: Was wir lernen können

Ein Blick über den deutschen Tellerrand zeigt: Digitale Genehmigungsverfahren sind keine Utopie, sondern vielerorts bereits gelebter Alltag. Estland gilt als Pionier – hier werden Bauanträge zu über neunzig Prozent digital eingereicht und bearbeitet. Das System basiert auf einer landesweiten E-Government-Plattform mit offenen Schnittstellen zu Kataster, Umweltbehörden und Versorgern. Der Clou: Alle Beteiligten greifen auf denselben Datenstand zu, Medienbrüche gibt es praktisch nicht mehr. Die Bearbeitungszeit ist drastisch gesunken, Fehlerquoten ebenso.

Singapur setzt mit seiner Plattform CORENET X Maßstäbe. Anträge werden vollständig digital abgewickelt, BIM-Modelle sind Pflicht, Prüfprozesse laufen algorithmisch unterstützt ab. Besonders interessant: Das System priorisiert kritische Projekte, erkennt Engpässe und schlägt Lösungen vor. Zudem ist die Plattform für Bürger offen – Transparenz ist ausdrücklich gewollt. Helsinki wiederum nutzt digitale Verfahren, um Beteiligungsprozesse zu stärken. Bürger können sich an Planungsverfahren online beteiligen, Simulationen ansehen und Feedback geben. Auch hier sind offene Daten und Schnittstellen der Schlüssel zum Erfolg.

Im deutschsprachigen Raum gibt es erste vielversprechende Ansätze. Hamburg testet im Rahmen des „Digitalen Bauantrags“ eine vollständige Prozesskette – von der Einreichung über die Fachprüfung bis zum digitalen Bescheid. Die Verknüpfung mit BIM-Daten ist in Vorbereitung, Schnittstellen zu Fachbehörden werden sukzessive erweitert. München und Köln setzen auf Urban Data Platforms, um verschiedene Fachverfahren zu integrieren. Zürich nutzt digitale Workflows, um Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und Transparenz zu erhöhen.

Wichtig ist: Erfolgreiche Systeme basieren meist auf offenen, modularen Architekturen. Proprietäre Insellösungen stoßen schnell an Grenzen – sowohl technisch als auch organisatorisch. Interoperabilität, Skalierbarkeit und die Möglichkeit, neue Funktionen problemlos zu integrieren, machen den Unterschied. Zudem zeigt sich, dass die Einbindung von Nutzern – Planern, Antragstellern, Bürgern – von Anfang an entscheidend ist. Nur wer die Bedürfnisse aller Akteure versteht, kann Prozesse wirklich verbessern.

Die besten Beispiele zeigen außerdem, dass Transparenz kein Luxus, sondern Erfolgsfaktor ist. Offene Daten, nachvollziehbare Prozesse und verständliche Kommunikation schaffen Vertrauen – und erhöhen die Akzeptanz neuer Verfahren. Hier liegt für deutsche, österreichische und schweizerische Städte noch viel Potenzial, aber auch eine Herausforderung: Der Kulturwandel muss aktiv begleitet werden, sonst bleibt die Technik wirkungslos.

Chancen, Risiken und die neue Rolle der Planer

Digitale Genehmigungsverfahren versprechen viel – und tatsächlich sind die Chancen enorm. Schnellere Prozesse können die Planungs- und Bauwirtschaft entlasten, den Wohnungsbau beschleunigen und Investitionen fördern. Mehr Transparenz macht Entscheidungen nachvollziehbar, reduziert Konflikte und stärkt die Legitimität. Intelligente Analysen eröffnen neue Möglichkeiten für nachhaltige Stadtentwicklung: Klimaaspekte, Mobilität, soziale Infrastruktur können frühzeitig integriert und optimiert werden. Beteiligung wird leichter zugänglich, da Simulationen und Visualisierungen komplexe Sachverhalte anschaulich machen.

Doch es gibt auch Risiken, die nicht unterschätzt werden dürfen. Wer die Verfahren ausschließlich auf Effizienz trimmt, läuft Gefahr, Qualität und Sorgfalt zu verlieren. Algorithmische Entscheidungen sind nur so gut wie die Daten und Regeln, auf denen sie basieren. Kommerzialisierung droht, wenn proprietäre Softwareanbieter zu viel Einfluss auf Standards und Prozesse bekommen. Und nicht zuletzt besteht die Gefahr einer Entfremdung: Wenn Planer, Bürger und Verwaltung die Kontrolle über die digitalen Systeme verlieren, droht das Verfahren zur Black Box zu werden – mit allen Risiken für Demokratie und Gemeinwohl.

Die Rolle der Planer wandelt sich grundlegend. Sie werden zu Datenkuratoren, Moderatoren digitaler Verfahren und Übersetzern zwischen Technik, Recht und Gesellschaft. Neue Kompetenzen sind gefragt: Datenkompetenz, technisches Verständnis, kommunikative Fähigkeiten. Wer sich auf die neuen Prozesse einlässt, kann Planung aktiv mitgestalten – und verhindern, dass Algorithmen zum alleinigen Entscheidungsträger werden. Gleichzeitig bleibt der Mensch unverzichtbar: Digitalisierung kann Routineaufgaben automatisieren, aber nicht die Kreativität, Erfahrung und das Fingerspitzengefühl ersetzen, das gute Planung ausmacht.

Für Verwaltungen bedeutet der Wandel eine enorme Herausforderung. Fachkräfte müssen geschult, Prozesse neu gedacht, rechtliche Rahmenbedingungen angepasst werden. Datenschutz, IT-Sicherheit und Zugänglichkeit sind Dauerbaustellen. Wichtig ist, dass Digitalisierung nicht als reines IT-Projekt betrachtet wird, sondern als umfassender Transformationsprozess: Kultur, Organisation und Technik müssen zusammenspielen. Hier zahlt sich Partizipation aus – nicht nur bei der Bürgerbeteiligung, sondern auch intern. Wer die Mitarbeiter frühzeitig einbindet, Ängste adressiert und Erfolgserlebnisse sichtbar macht, erhöht die Erfolgschancen erheblich.

Abschließend gilt: Digitale Genehmigungsverfahren sind nicht das Allheilmittel für alle Probleme der Stadtentwicklung. Sie sind ein Werkzeug – und wie jedes Werkzeug müssen sie klug eingesetzt werden. Die Zukunft gehört denen, die Technik, Recht und Gestaltungskraft verbinden, offen für Neues bleiben und den Mut haben, Prozesse radikal neu zu denken.

Strategien für die erfolgreiche Implementierung: Was Städte jetzt tun müssen

Die Einführung digital-first Genehmigungsverfahren ist kein Spaziergang, sondern ein anspruchsvolles Großprojekt, das Strategie, Durchhaltevermögen und Offenheit für Veränderung erfordert. Der erste und vielleicht wichtigste Schritt ist die Bestandsaufnahme: Wo stehen wir technisch, organisatorisch und rechtlich? Welche Verfahren lassen sich kurzfristig digitalisieren, welche benötigen grundlegende Prozessanpassungen? Häufig empfiehlt sich ein gestuftes Vorgehen: Pilotprojekte für klar umrissene Antragsarten, enge Einbindung aller Beteiligten und regelmäßige Evaluationen.

Standardisierung ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Einheitliche Datenformate, klare Schnittstellenstandards und offene Architektur sind die Basis für Skalierbarkeit und Interoperabilität. Dabei sollten Städte und Kommunen nicht im Alleingang agieren, sondern sich zu Netzwerken zusammenschließen – national wie international. Erfahrungsaustausch, gemeinsame Entwicklung von Lösungen und offene Plattformen beschleunigen den Fortschritt und verhindern teure Insellösungen. Bund und Länder sind gefordert, rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die Innovationen ermöglichen und Sicherheit bieten.

Ein weiterer Schlüssel liegt in der Qualifizierung der Mitarbeiter. Digitalkompetenz muss zur Selbstverständlichkeit werden – nicht nur in der IT-Abteilung, sondern in allen Fachbereichen. Schulungen, Lernplattformen und der Austausch mit anderen Kommunen helfen, Unsicherheiten abzubauen und Motivation zu schaffen. Gleichzeitig sollten digitale Verfahren nicht über die Köpfe der Nutzer hinweg entwickelt werden. Nutzerzentrierte Gestaltung, regelmäßiges Feedback und die Bereitschaft, auf Kritik einzugehen, sind unverzichtbar.

Partizipation ist auch auf der Ebene der Bürger wichtig. Digitale Beteiligungstools, offene Daten und verständliche Visualisierungen machen komplexe Verfahren zugänglich und fördern das Vertrauen in digitale Prozesse. Städte sollten bewusst Transparenz schaffen, Erklärungen anbieten und Beteiligungsmöglichkeiten niedrigschwellig gestalten. Hier können internationale Vorbilder als Inspiration dienen – aber jede Stadt muss ihren eigenen Weg finden, der zur lokalen Kultur und den Bedürfnissen der Menschen passt.

Abschließend sollten Städte und Kommunen Mut zur Innovation zeigen. Fehler gehören zum Lernprozess, Perfektion ist selten von Anfang an erreichbar. Wer offen experimentiert, Erfahrungen teilt und Erfolge sichtbar macht, wird langfristig von besseren, schnelleren und gerechteren Genehmigungsverfahren profitieren. Die digitale Transformation ist kein Ziel, sondern ein fortlaufender Prozess – und sie beginnt jetzt.

Fazit: Vom Antrag zum Algorithmus – das neue Selbstverständnis der Planung

Digitale Genehmigungsverfahren sind weit mehr als eine technische Spielerei oder ein Mittel zur Effizienzsteigerung. Sie markieren einen grundlegenden Wandel im Selbstverständnis von Stadtplanung, Verwaltung und Beteiligung. Vom Bauantrag, der noch handschriftlich im Amtszimmer gestempelt wurde, bis zum algorithmisch unterstützten Bescheid – der Weg ist weit, aber lohnend. Denn im Idealfall steht am Ende ein System, das Planung schneller, transparenter und nachhaltiger macht, ohne die Qualität zu opfern oder die Kontrolle aus der Hand zu geben.

Die größten Herausforderungen liegen nicht in der Technik, sondern in der Kultur, der Organisation und dem rechtlichen Rahmen. Wer hier mutig vorangeht, Standards setzt und offen für Zusammenarbeit bleibt, wird sich einen entscheidenden Vorsprung verschaffen. Die Rolle der Planer wandelt sich: Sie werden zu Gestaltern digitaler Prozesse, zu Vermittlern zwischen Mensch und Maschine, zu Treibern einer neuen Planungskultur.

Die Risiken sind real: Kommerzialisierung, algorithmische Verzerrung, Verlust der Kontrolle. Doch wer diese Herausforderungen aktiv angeht, kann sie meistern und die Chancen nutzen. Es geht nicht darum, den Menschen durch Technik zu ersetzen, sondern das Beste aus beiden Welten zu verbinden. Planung wird dadurch nicht einfacher, aber vielfältiger, schneller und – mit etwas Glück – auch gerechter.

Die Zukunft der Stadt ist digital – aber sie bleibt gestaltbar. Wer jetzt klug investiert, partizipativ arbeitet und die Technik als Werkzeug begreift, wird erleben, dass Genehmigungsverfahren nicht länger das Nadelöhr der Stadtentwicklung sind. Sondern der Beschleuniger für Innovation, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Willkommen im Zeitalter der Echtzeitplanung – vom Antrag zum Algorithmus.

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The redesign of the entrance area of the community center transforms a previously unsafe concrete arena into an inviting, colorful seating arena for young people. Noël Besgen, besgen landscape architecture

The redesign of the entrance area to the community center was a major challenge. Despite years of experience in designing outdoor areas, it was difficult to redesign the steep “concrete arena”, which was no longer safe to use. In the following project presentation, the besgen landscape architecture firm explains how it nevertheless succeeded in transforming this space into an inviting area.

The redesign of the entrance area to the community center was a major challenge. Despite years of experience in designing outdoor areas, it was difficult to redesign the steep “concrete arena”, which was no longer safe to use. In the following project presentation, the besgen landscape architecture firm explains how it nevertheless succeeded in transforming this space into an inviting area.

The starting point was the redesign of the steep, no longer safe to use concrete arena that leads to the “Sonderbar” children’s and youth club in the community center. The aim was to create a friendly and colorful entrance situation that invites people to the “Sonderbar”. A seating arena is intended to invite young people and confirmands to linger, chill out and celebrate, while also appealing to everyone who passes by. As part of the design, the extended outdoor area was also integrated into the design to create a harmonious overall look for the community garden and make access to the community center more inviting. The greywacke rock seating arena forms a transition and acts as a “front garden bed backdrop” to the community center, which changes over the course of the seasons. Strictly trimmed hedge bands serve as “green hedge railings” and protect the footpath from the flowerbeds. The steps are atmospherically set off by bollard lights in the clusters of shrubs and grasses, while recesses in the path decking serve as small seating niches. Herbaceous perennials were planted at the sides of the flowerbeds to turn the steps into a “scented staircase”.

A connecting element between the front and rear garden areas is the “community meadow”. At the rear is the “community terrace”, which adjoins the worship hall and is slightly higher, like a small bastion. This previously little-used terrace has now been transformed into an extended worship and open space that is used for congregational activities, open-air services, baptisms, meetings and festivities. The terrace is structured by intersecting strips of light-colored slabs and protected from noise and views from the main road by a hedge. Beds of ground cover and vertical grasses reinforce the effect of a sheltered, framed space. Here too, bollard lights in the beds provide atmospheric lighting accents, especially in the evening and in winter.

The garden was designed to be climate-friendly, with robust, low-maintenance plants that can withstand drought, urban climates and cold. The plants are also insect and bee-friendly. The plant beds consist mainly of ground covers, ornamental perennials, grasses and specimen plants that change depending on the season. Especially in summer, white hydrangeas and solitary grasses with taut stems add to the atmosphere.

The selection of plants in the community garden includes a variety of robust and climate-resistant plants. Strictly pruned hedges such as hornbeam (Carpinus betulus) and Schmidt’s alpine currant (Ribes alpinum Schmidt) form a structured framework. Flowering plants such as the panicle hydrangea (Hydrangea paniculata Limelight), the autumn anemone (Anemone japonica ‘Honorine Jobert’) and the white summer wood aster (Aster divaricatus Tradescant) provide seasonal color accents. Ground cover plants such as the ground cover rose Noatraum and the ornamental lady’s mantle (Alchemilla epipsila) fill the garden with vibrant greenery. The candle knotweed (Bistorta amplexicaulisLisan) and the cranesbill (Geranium wallichianum Azure Rush) complete the floral variety. Other plants such as steppe sage (Salvia nemorosa Caradonna), coneflower (Rudbeckia fulgida var. sullivantii Goldsturm), mountain mint (Calamintha nepeta Triumphator) and Patagonian verbena (Verbena bonariensis) not only provide aesthetic accents, but also attract insects. The catmint (Nepeta x faassenii) and various grasses, such as the autumn head grass (Sesleria autumnalis) and the garden riding grass (Calamagrostis x acutiflora Karl Foerster`), round off the plant selection and ensure a dynamic garden appearance all year round.

“Every garden is the result of an individual idea,” says Noël Besgen (landscape architect AKNW) – creative idea finder and design-competent planner for all aspects of garden and open space architecture. The starting point is the location, the garden, the square, the street, the park – and people.

The office “besgen Landschaftsarchitektur” was founded in 2008 with a focus on open space and object planning of private gardens. We create innovative, pragmatic, individual and low-maintenance concepts for feasible planning and design proposals for urban garden and open space culture that meet the special requirements of contemporary living and working environments. The designs stand for functionality, timelessness, formal restraint and clear reduction to simplicity. Competent and complete project support from the first sketch to the realized object.

Climate-resilient, sustainable and aesthetic redesign and redesign of the community center’s outdoor facilities as the seasons change. “And in the middle of the paradise garden, the werewolf chills in the sea of flowers,” commented the church community on the opening of the outdoor facilities.

Realization: 2021-2022
Client: Evangelical parish of Sankt Augustin & Niederpleis and Mülldorf
Design + planning: besgen landscape architecture & Noël Besgen I landscape architect AKNW

Our September issue is all about urban oases. Find more exciting projects here.

By the way: The long-awaited vote of the European Parliament on the Nature Restoration Law did not go as planned. Find out more about the result here.

English eat up Germany?

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The pitfalls of language

The politician Jens Spahn sees German city centres being overrun by the English language and a globalized hipster culture. Our author wishes him more serenity.

Jo, it’s funny, the picture above. A subtle linguistic attack on the common Teutonic tourist. Whether an unconscious act of Germano aversion or rather sloppiness in the Adriatic high season – the impression currently haunting Facebook refers to the great theme of longing and loss in globalization: dealing with one’s own, and foreign, language. An emotional subject. Believe me, I know what I’m talking about – I’m currently living in Mexico and am trying, with moderate success, to improve my Spanish. That’s important, because hardly anyone speaks English here. Unlike in Berlin-Mitte.

Which brings us to the topic. The dominance of English in core tourist areas such as the center of Berlin has just been made an issue by CDU politician (and, according to those in the know, upcoming party star) Jens Spahn. He says that too much English is spoken in Berlin’s hipster cafés. And tries, somewhat strenuously, to combine his position as the only CDU hipster with his Anglo-critical core argumentation. Of course, this is aimed more at the CDU core electorate “out in the country”, people in Wanne-Eickel or Salzgitter-Lebenstedt, who may not speak English as well as the Berlin hipsters Spahn doesn’t appreciate (and like himself, as he casually lets slip).

Very important for Spahn: the reversal of the provincialism accusation. It is not the people from Wanne-Eickel who are provincial, but the hipsters themselves. A popular mental maneuver: take your opponent’s main argument and throw it at them yourself. Am I stupid? No, you are stupid. No, you are. No you…

Now, the presence of English in the tourist centers of our cities – as well as in those of other metropolises – cannot be denied. Occasionally I sit with a German friend at the bar of Berlin’s Soho House and order drinks from the German barman – in English. It does feel a bit strange. But to be honest, it’s not that bad. In any case, it doesn’t give me the identity crisis Spahn is talking about. And the drinks are still good.

What is interesting about Spahn’s criticism, however, is his observation that a kind of global tourism culture is spreading in our centers and replacing everything regional. That’s true, these cultural processes do exist. They also have an architectural impact, in Berlin, for example, through the construction of architecturally disastrous hotel bunkers that signal to Easyjet tourists in particular: This is your place. Berlin has little to counter this as a city due to empty coffers. At least investment is now being made, it seems. But the question is at what point the atmosphere of a city center is actually undermined to such an extent that nothing specific to the city remains.

Although – ultimately, I’m not so pessimistic about this. And that’s because I believe in the power of our cities more than Jens Spahn does. It’s not true that “all of Mitte” or the entire city centre of Munich is degenerating into vulgar, globalized party zones. Rather, backpacker tourism and hipsteritis are being added to other cultural elements. And alongside the aforementioned hotel monstrosities, a lot of good architecture is still being created in our cities. In this respect, dear Mr. Spahn: Relax. Oh sorry – don’t despair, I meant.