Planning algorithms put to the test – who controls the AI?

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Colorful houses along a river in the Alps with mountains in the background. Photo by Wolfgang Weiser.

Künstliche Intelligenz trifft auf Stadtplanung – klingt nach Futurismus, ist aber längst urbane Realität. Doch wer kontrolliert, was Algorithmen über Quartiere, Freiräume und Mobilität entscheiden? Planungsalgorithmen versprechen Effizienz, Innovation und Objektivität. Aber wie transparent, nachvollziehbar und demokratisch ist der digitale Stadtmacher wirklich? Und wer stellt sicher, dass aus smarten Tools keine Black Boxes werden? Willkommen beim Faktencheck der algorithmischen Stadtplanung!

  • Definition: Was sind Planungsalgorithmen und wie prägen sie die urbane Praxis?
  • Reale Anwendungsfelder: Von Verkehrsmodellen bis zur Freiraumgestaltung – wo Algorithmen heute schon entscheiden
  • Kontrollmechanismen: Wer prüft die KI? Governance, Transparenz und regulatorische Ansätze
  • Risiken und Potenziale: Bias, Diskriminierung, Kommerzialisierung und die Suche nach dem „guten“ Algorithmus
  • Deutsche, österreichische und schweizerische Praxis: Wo stehen die Städte im Umgang mit KI-gesteuerter Planung?
  • Die Rolle von Open Data, Partizipation und Fachwissen – wie bleibt die Planung gestaltbar?
  • Das neue Selbstverständnis von Planern: Zwischen Kontrolle, Kooperation und kritischer Reflexion
  • Fazit: Warum algorithmisches Denken nicht nur Technik, sondern Haltung braucht

Planungsalgorithmen – der unsichtbare Stadtmacher?

Der Begriff Planungsalgorithmus klingt nach Silicon Valley, nach digitalen Hexenmeistern und nach einer Art urbanem Zauberstab. Tatsächlich handelt es sich dabei um strukturierte Rechenvorschriften, die aus großen Datenmengen Muster, Prognosen und Empfehlungen ableiten – und damit die Stadtplanung tiefgreifend verändern. Algorithmen sind kein Selbstzweck. Sie sind der Versuch, aus Komplexität Handlungswissen für die Praxis zu gewinnen. In der Verkehrsplanung etwa simulieren sie stündlich, wie sich ein neuer Radweg auf den Autoverkehr auswirkt. In der Landschaftsarchitektur berechnen sie, wie viel Schatten unterschiedliche Baumarten spenden oder wie sich Oberflächenwasser nach Starkregen verteilt. Und im Bereich der Klimaanpassung analysieren sie in Echtzeit die Effekte von Entsiegelungsmaßnahmen, Fassadenbegrünung oder neuen Platzgestaltungen.

Doch Algorithmen sind keine neutralen Werkzeuge. Sie sind so objektiv wie ihre Datenbasis, so fair wie ihre Annahmen und so unabhängig wie ihre Programmierer. Das berühmte „Garbage in, garbage out“ gilt nirgendwo so sehr wie bei urbanen Modellen. Wer etwa historische Verkehrsdaten als Basis nimmt, wird das Mobilitätsverhalten der Zukunft nur bedingt abbilden können. Und wer algorithmische Freiraumplanung auf Basis von Luftbildern betreibt, übersieht schnell soziale Dynamiken vor Ort. Die Versuchung ist groß, die scheinbare Präzision der Algorithmen für absolute Wahrheiten zu halten. Doch Fachleute wissen: Ein Planungsalgorithmus ist immer ein Werkzeug für Szenarien – und nie ein Ersatz für den städtischen Diskurs.

Gerade deshalb ist die Rolle von Planern, Landschaftsarchitekten und Stadtgestaltern heute wichtiger denn je. Sie müssen die Logik hinter den Algorithmen verstehen, ihre Stärken und Schwächen kennen – und die Ergebnisse interpretieren können. Algorithmen können Vorschläge machen, Prioritäten setzen, Risiken visualisieren. Aber sie können nicht die Werte, die Ziele und das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft festlegen. Die algorithmische Stadt ist keine technokratische Utopie, sondern ein hochkomplexes Aushandlungsfeld. Wer das ignoriert, läuft Gefahr, die Kontrolle an Black Boxes zu verlieren.

Auch die Qualität der Daten ist entscheidend. Fehlerhafte, lückenhafte oder einseitige Datensätze führen zu Verzerrungen – dem berüchtigten „Algorithmic Bias“. Wird etwa die Erreichbarkeit von Grünflächen nur auf Basis von Luftlinien gemessen, bleiben Barrieren wie Bahngleise, stark befahrene Straßen oder soziale Schwellen unsichtbar. In der Praxis bedeutet das: Nur wer Daten kritisch prüft, Algorithmen hinterfragt und Ergebnisse plausibilisiert, kann wirklich innovative Stadtentwicklung betreiben.

Die Entwicklung von Planungsalgorithmen ist daher nicht nur ein IT-Thema, sondern eine Frage der Governance, der Ethik und der Verantwortung. Es braucht interdisziplinäre Teams: Informatiker, Stadtplaner, Soziologen, Juristen – alle müssen an den Tisch. Denn die algorithmisch gesteuerte Stadt ist ein Gemeinschaftswerk. Wer glaubt, die Kontrolle an eine KI abgeben zu können, irrt gewaltig. Wer sie aber als Unterstützung begreift, kann neue Horizonte für nachhaltige, resiliente und lebenswerte Städte eröffnen.

Von Verkehrsmodellen bis Klimaresilienz – wo Algorithmen heute schon Stadt machen

Spätestens seit den ersten Echtzeit-Verkehrsmodellen ist klar: Algorithmen sind längst keine Zukunftsmusik mehr. In Hamburg etwa steuern sie Lichtsignalanlagen, indem sie Verkehrsflüsse, Wetterdaten und Großereignisse auswerten und in Millisekunden neue Schaltungen vorschlagen. München simuliert mit KI-gestützten Modellen die Auswirkungen neuer Buslinien oder Fahrradtrassen – und testet im digitalen Zwilling, welche Variante die größten Effekte für Klimaschutz und Lebensqualität bringt. Die Ergebnisse fließen direkt in die politischen Entscheidungsprozesse ein.

Auch in der Landschaftsarchitektur sind Planungsalgorithmen auf dem Vormarsch. Sie unterstützen bei der Pflanzenauswahl für klimaangepasste Freiräume, optimieren Bewässerungspläne und simulieren, wie sich Mikroklimata durch unterschiedliche Begrünungskonzepte verändern. In Zürich werden mit KI-gestützten Hydrologiemodellen Flutrisiken analysiert – und die Ergebnisse direkt in die Quartiersentwicklung integriert. Die Planung wird so nicht nur präziser, sondern auch dynamischer und resilienter gegenüber Unsicherheiten.

Im Bereich der Stadtentwicklung ermöglichen Algorithmen die Bewertung von Standorten für neue Wohnquartiere, Schulen oder Parks – und berücksichtigen dabei eine Vielzahl von Faktoren: Verkehrsanbindung, Lärmbelastung, soziale Infrastruktur, Bodenpreise, Klimarisiken und vieles mehr. In Wien etwa analysiert eine KI, wo Hitzeschwerpunkte entstehen – und schlägt gezielte Entsiegelungsmaßnahmen oder neue Baumpflanzungen vor. Der große Vorteil: Die Szenarien sind transparent, nachvollziehbar und können von Stadtverwaltung, Politik und Fachöffentlichkeit gemeinsam diskutiert werden.

Doch damit nicht genug: Auch die Bürgerbeteiligung profitiert von algorithmischen Tools. Mit digitalen Beteiligungsplattformen lassen sich Vorschläge, Wünsche und Bedenken automatisiert clustern, visualisieren und auswerten. Das reduziert nicht nur den Aufwand für die Verwaltung, sondern macht den Beteiligungsprozess auch transparenter und zugänglicher. Allerdings lauert hier auch die Gefahr einer „Filterblase“: Wenn Algorithmen nur die lautesten Stimmen verstärken, droht die Vielfalt der Perspektiven verloren zu gehen. Deshalb ist es essenziell, die Funktionsweise der Systeme offen zu legen und regelmäßig zu evaluieren.

Die Beispiele zeigen: Planungsalgorithmen sind längst Teil des urbanen Alltags. Sie bieten enorme Potenziale – von der Effizienzsteigerung bis zur besseren Berücksichtigung des Klimawandels. Aber sie werfen auch neue Fragen auf: Wer kontrolliert die Algorithmen? Wer definiert die Ziele? Und wie bleibt die Planung anschlussfähig an gesellschaftliche Werte, statt sich in technokratischen Optimierungen zu verlieren?

Transparenz, Kontrolle, Governance – wie KI in der Stadtplanung gezähmt wird

Schon der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist irreführend. Denn die meisten aktuell eingesetzten Algorithmen in der Stadtplanung sind keine eigenständig denkenden Systeme, sondern ausgefeilte Rechenmodelle mit klar definierten Eingaben und Ausgaben. Doch mit dem zunehmenden Einsatz von Machine Learning und Deep Learning wächst die Komplexität – und damit die Intransparenz der Modelle. Das führt zu einer neuen Schlüsselfrage: Wer versteht, was die KI entscheidet? Und wer kann im Zweifel eingreifen?

In der Praxis ist die Kontrolle von Planungsalgorithmen eine multidimensionale Herausforderung. Technisch braucht es nachvollziehbare Modelle, die auf offenen Standards und klar dokumentierten Daten basieren. Politisch ist ein Rahmenwerk notwendig, das Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Rechenschaftspflicht garantiert. Und gesellschaftlich muss sichergestellt werden, dass die Ergebnisse verständlich kommuniziert und gemeinsam reflektiert werden. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte „Explainable AI“-Ansätze: Sie machen die Entscheidungswege der Algorithmen sichtbar und ermöglichen eine kritische Überprüfung durch Experten und Öffentlichkeit.

Governance-Strukturen sind dabei von entscheidender Bedeutung. Wer entscheidet, welche Daten in ein Modell einfließen? Wer prüft, ob die Annahmen stimmen? Und wer ist verantwortlich, wenn ein Algorithmus diskriminiert oder Fehler macht? Viele Städte setzen deshalb auf interdisziplinäre Gremien, die die Entwicklung und den Einsatz von Planungsalgorithmen begleiten. In der Schweiz etwa gibt es Leitlinien, die den sorgsamen Umgang mit algorithmischen Entscheidungsprozessen in der Verwaltung regeln. In Deutschland arbeitet das Bundesministerium des Innern an Standards für den ethischen Einsatz von KI im öffentlichen Sektor.

Auch Open Data und Open Source spielen eine Schlüsselrolle. Nur wenn die Modelle, Daten und Quellcodes offen zugänglich sind, können sie von unabhängigen Dritten geprüft, weiterentwickelt und verbessert werden. So entsteht ein Ökosystem der Kontrolle und Innovation – statt einer Abhängigkeit von proprietären Systemen und einzelnen Software-Anbietern. Gleichzeitig sorgt die Offenheit für mehr Vertrauen in die Ergebnisse und fördert die kritische Debatte über Zielkonflikte, Prioritäten und Werte in der Stadtplanung.

Nicht zuletzt braucht es eine neue Fehlerkultur. Algorithmen sind nicht unfehlbar – und sie müssen es auch nicht sein. Entscheidend ist, wie mit Fehlern umgegangen wird: Werden sie transparent gemacht, analysiert und behoben? Oder werden sie unter den digitalen Teppich gekehrt? Nur eine offene, lernende und partizipative Stadtverwaltung kann das Potenzial von KI voll ausschöpfen – und gleichzeitig die Risiken minimieren. Die Kontrolle der Algorithmen ist damit keine technische, sondern eine zutiefst politische und gesellschaftliche Aufgabe.

Risiken, Nebenwirkungen und das Plädoyer für einen reflektierten KI-Einsatz

Algorithmen sind keine Allheilmittel – auch wenn die Marketingabteilungen der Tech-Konzerne das gerne anders darstellen. Sie können bestehende Ungleichheiten verstärken, systemische Fehler replizieren und neue Formen der Diskriminierung schaffen. Das berühmte Beispiel: Ein Algorithmus zur Standortwahl für neue Schulen bevorzugt automatisch wohlhabende Viertel, weil die zugrunde liegenden Daten soziale Benachteiligung nicht ausreichend abbilden. Oder ein Verkehrsmodell empfiehlt den Rückbau von Straßen in Quartieren mit schwacher Lobby, weil dort weniger Beschwerden eingehen.

Auch die Frage der Kommerzialisierung ist nicht zu unterschätzen. Viele Planungsalgorithmen werden von privaten Anbietern entwickelt – mit eigenen Interessen, Geschäftsmodellen und Kontrollmechanismen. Das birgt die Gefahr, dass öffentliche Planung zunehmend von externen Akteuren gesteuert wird. Der Zugriff auf Daten, die Ausgestaltung der Modelle und die Kontrolle über die Ergebnisse liegen dann nicht mehr bei den Städten, sondern bei internationalen Großkonzernen. Deshalb ist es essenziell, auf offene Schnittstellen, Transparenz und Unabhängigkeit zu achten.

Ein weiteres Risiko ist der sogenannte „Technokratische Bias“. Wenn Algorithmen die Entscheidungsfindung dominieren, droht der Verlust des kreativen, experimentellen und diskursiven Moments in der Planung. Die Stadt wird zum Rechenexempel, die Vielfalt der Perspektiven gerät aus dem Blick. Dabei lebt die Stadt vom Ungeplanten, vom Zufall, von der Aushandlung zwischen unterschiedlichen Interessen. Algorithmen können diese Prozesse unterstützen – aber sie dürfen sie niemals ersetzen.

Auch der Datenschutz spielt eine zentrale Rolle. Gerade im Kontext von Urban Digital Twins und vernetzten Stadtmodellen werden immer mehr personenbezogene und sensible Daten verarbeitet. Wer schützt die Privatsphäre der Bürger? Wer verhindert den Missbrauch der Daten durch Dritte? Und wie wird sichergestellt, dass die Datennutzung dem Gemeinwohl dient – und nicht nur kommerziellen oder politischen Interessen? Hier sind klare rechtliche Rahmenbedingungen, technische Sicherheitsmaßnahmen und eine breite gesellschaftliche Debatte gefragt.

Dennoch: Die Chancen überwiegen, wenn Algorithmen bewusst, reflektiert und partizipativ eingesetzt werden. Sie ermöglichen eine neue Qualität der Planung, machen komplexe Zusammenhänge sichtbar und eröffnen innovative Lösungswege für urbane Herausforderungen. Entscheidend ist, dass die Kontrolle stets beim Menschen bleibt – und dass Fachwissen, Erfahrung und gesellschaftliche Werte den Takt angeben. Der Planer der Zukunft ist nicht Erfüllungsgehilfe der Maschine, sondern kritischer Partner, Moderator und Gestalter im digitalen Zeitalter.

Die neue Rolle der Planer – und das algorithmische Selbstbewusstsein der Städte

Die algorithmische Stadt verlangt nach einem neuen Selbstverständnis der Planer. Sie sind nicht mehr die alleinigen Herrscher über B-Plan, Parzelle und Pflaster, sondern werden zu Kuratoren, Moderatoren und Übersetzern zwischen den Welten von Technik, Politik und Gesellschaft. Ihr Fachwissen bleibt unverzichtbar – gerade weil Algorithmen keine eigenen Werte, keine Empathie und keine Vision haben. Es braucht kluge Köpfe, die die Ergebnisse kritisch hinterfragen, sie in den städtischen Kontext einordnen und für alle Beteiligten verständlich machen.

In vielen deutschen, österreichischen und schweizerischen Städten wird diese Rolle bereits neu gedacht. Ulm etwa setzt auf interdisziplinäre Teams, in denen Stadtplaner, Informatiker, Sozialwissenschaftler und Juristen gemeinsam an KI-gestützten Modellen arbeiten. Zürich hat eine eigene Leitstelle für digitale Stadtentwicklung eingerichtet, die den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz von Algorithmen überwacht. Wien investiert in die Weiterbildung von Fachkräften – damit sie die Chancen und Risiken der KI souverän einschätzen können.

Auch die Bürger spielen eine immer wichtigere Rolle. Sie werden nicht mehr nur informiert, sondern sind aktive Akteure im digitalen Planungsprozess. Über Open-Data-Portale, digitale Zwillinge und Beteiligungsplattformen können sie Daten einsehen, Szenarien durchspielen und eigene Vorschläge einbringen. Das schafft Transparenz, Vertrauen und neue Formen der urbanen Demokratie. Der Planer wird zum Vermittler – zwischen Algorithmus und Alltagsrealität, zwischen Modell und Lebenswelt.

Nicht zuletzt braucht es eine Kultur der Offenheit und des Lernens. Fehler sind kein Makel, sondern Teil des Fortschritts. Algorithmen müssen regelmäßig überprüft, angepasst und weiterentwickelt werden – im Dialog mit Fachleuten, Politik und Zivilgesellschaft. Nur so bleibt die Stadtplanung flexibel, innovationsfähig und anschlussfähig an die Herausforderungen der Zeit. Wer sich diesem Prozess verweigert, riskiert den Anschluss – und überlässt die Gestaltung der Stadt den Black Boxes der Tech-Industrie.

Die Zukunft der Stadt ist algorithmisch – aber sie bleibt menschengemacht. Künstliche Intelligenz ist ein Werkzeug, kein Selbstzweck. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen: kritisch, kreativ und mit dem Mut, neue Wege zu gehen. Dann wird aus dem Planungsalgorithmus kein Kontrollverlust, sondern ein Werkzeug für bessere, gerechtere und nachhaltigere Städte.

Fazit: Algorithmische Stadtplanung – zwischen Hype, Kontrolle und Verantwortung

Planungsalgorithmen sind aus der urbanen Praxis nicht mehr wegzudenken. Sie bieten enorme Potenziale für Effizienz, Präzision und Innovation – von der Verkehrssteuerung über die Freiraumgestaltung bis zur klimaresilienten Quartiersentwicklung. Aber sie werfen auch fundamentale Fragen auf: Wer kontrolliert die KI? Wer entscheidet über Daten, Annahmen und Ziele? Und wie bleibt die Stadtplanung anschlussfähig an gesellschaftliche Werte, statt sich in technokratischen Optimierungen zu verlieren?

Die Antwort liegt in einer neuen Kultur der Transparenz, der Beteiligung und des kritischen Dialogs. Algorithmen sind keine Black Boxes, wenn sie offen, nachvollziehbar und reflektiert eingesetzt werden. Sie sind Werkzeuge – und keine Ersatzreligion für die urbane Zukunft. Die Kontrolle bleibt beim Menschen: bei den Planern, den Experten, der Stadtgesellschaft. Nur so kann die digitale Transformation der Stadtplanung gelingen – und aus der algorithmischen Hypothek ein Gewinn für alle werden.

Wer heute den Mut hat, Planungsalgorithmen kritisch zu prüfen, sie partizipativ zu gestalten und ihre Ergebnisse transparent zu kommunizieren, schafft die Grundlagen für lebenswerte Städte von morgen. Die Zukunft der Stadt ist weder technokratisch noch nostalgisch – sie ist offen, lernend und menschengemacht. Und damit bleibt die zentrale Frage: Wer kontrolliert die KI? Im besten Fall: wir alle – gemeinsam, reflektiert und mit einem Augenzwinkern für die Überraschungen, die selbst der beste Algorithmus nicht vorhersehen kann.

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Brutalism – The little Baumeister style story

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Brutalism doesn’t sound very friendly to the general public, but it is an established and well-known term in the history of 20th century architecture. It was coined in the 1950s and 1960s for buildings made of exposed concrete, which could be smooth or clad with patterns. Later, architecture in which the visibility of the building material became a stylistic feature was classified as Brutalism. What was previously intended to remain invisible was placed on the façade surfaces in order to break up the compact effect of a building: pipes, manifest lines, unclad walls, a lot of unadorned concrete and the spatial interplay of the components thus entered the urban space – all in all not a very delicate architectural style, as the name Brutalism suggests.

Brutalism doesn’t sound very friendly to the general public, but it is an established and well-known term in the history of 20th century architecture. It was coined in the 1950s and 1960s for buildings made of exposed concrete, which could be smooth or clad with patterns. Later, architecture in which the visibility of the building material became a stylistic feature was classified as Brutalism.

What was previously supposed to remain invisible was placed on the façade surfaces in order to break up the compact effect of a building: pipes, manifest lines, unclad walls, a lot of unadorned concrete and the spatial interplay of the components thus appeared in the urban space – all in all, not a very delicate architectural style, as the name Brutalism suggests. Here we reveal which architects played a decisive role in the style and created icons with their buildings.

The Swedish architect Hans Asplund was the first to coin the term Brutalism. Later, English architects adopted it and spread the term Brutalism, which they derived from “Béton brut” (exposed concrete). In Great Britain, the architect couple Alison and Peter Smithson played a pioneering role. As early as 1953, they described their architecture as examples of Brutalism. The author and theorist Reyner Banham defined the architectural style in 1955 in his essay “The New Brutalism” in the magazine Architectural Review, thereby sparking a lively international debate.

Brutalism was linked to the economic and material, but especially also to the mental and psychological situation of the post-war period. As a result, it became an international phenomenon on the one hand, while reacting to local conditions on the other. In addition to concrete, metal, brick and stone were also used as building materials.

Brutalism spread to all continents in the 1960s and remained in vogue until the 1980s. Its proponents believed that modern industrialized countries needed powerful, raw and honest architecture. In the 1990s, the architecture scene abandoned this path and brutalism was now even considered aesthetic vandalism. Urbanists and architects were now once again working on the renaissance of the civic city. Brutalist architecture was hardly maintained and concrete is very susceptible to dirt, algae growth and decay. The ravages of time were always clearly visible on the Brutalist icons and often made them unattractive in the cityscape.

Although architectural critics rediscovered and appreciated Brutalism as an aesthetic concept in the early 21st century, many of its buildings are still under threat of demolition today. Concrete and its use as a building material is currently considered a building and environmental sin – there is talk of “gray energy” in this context. Nevertheless, experts are campaigning for Brutalism. In 2018, the New York MoMA presented the exhibition “Toward a Concrete Utopia: Architecture in Yugoslavia, 1948-1980”, making the previously controversial architecture worthy of a museum. (More about the MoMA exhibition in the video).

We can find examples of Brutalism in architecture everywhere. Le Corbusier’s “Unité d’Habitation” in Marseille was one of the first significant buildings in this style. The apartment block was built between 1946 and 1952 as a residential project with room types for individual or communal living arrangements.

Measuring 138 meters along its longitudinal axis and built over 18 storeys, Le Corbusier’s first work in this area offers 330 residential units and many social islands on the roof terraces. The serial spatial structure enabled efficient planning and structural implementation and was something of a precursor to the prefabricated building in a reinforced concrete skeleton.

High-rise towers are very prominent in the cityscape. One successful example of well-designed vertical concrete architecture is the “Torre Velasca” in Milan by the BBPR architects’ collective, which has been a listed building since 2011. The plans for it were based on ideas from the early 1950s. In 1956 and 1957, the 106-metre-high tower was erected in just 292 days.

Its architecture anticipates what is known today as “mixed use” or “hybrid architecture”: The lower 18 floors house business premises and offices, while the upper floors of the mushroom-shaped, cantilevered transverse structure contain apartments with a great view over Milan.

The 81-metre-high “Torres Blancas” in Madrid, designed by Francisco Javier Sáenz de Oiza in 1961, is also used in this way. This tower, which was commissioned by the daring client Juan Huarte as an avant-garde experiment, is one of the most complicated and innovative reinforced concrete constructions of the 1960s. Incidentally, the architect himself lived in the tower until his death.

In Great Britain, London-based architects Alison and Peter Smithson were among the pioneers of Brutalism. Their “Economist Building”, which they worked on from 1960, was the editorial building of the British business newspaper The Economist. With its compact design and exposed concrete façade, it is considered a pioneering example of Brutalist design principles. In addition to administrative buildings, the Smithsons were also active in the field of social housing.

“Robin Hood Gardens” is the name of their London housing estate, which was built at the same time and completed in 1972. Long concrete blocks, wide walkways and green spaces characterize the complex, which consists of two buildings with seven and ten storeys respectively. The western block was demolished in 2017 due to its poor condition. Part of it was preserved by the Victoria & Albert Museum and presented in a documentary at the 2018 Architecture Biennale in Venice to show the world the Smithsons’ vision for a better urban life.

Cultural buildings were also given their scaffolding and shell with a large proportion of concrete. The main library building of the University of California in San Diego, the so-called “Geisel Library”, is one of the well-known brutalist examples. It was designed by William Pereira. Its sculptural design is a symbiosis of brutalism and futurism: in combination with the design of the individual floors, the arches of the building were intended to look like hands holding up a stack of books.

In London, the National Royal Theater, built between 1967 and 1976 according to plans by Denys Lasdun, is an interesting example of a cultural building in the Brutalist style. A great deal of exposed concrete was used here, which made the architecture the subject of much public debate. Prince Charles said that the building reminded him of a nuclear power station. The National Royal Theatre was voted one of the ten most loved and ten most hated buildings in the city by the people of London.

Church construction and exposed concrete also go well together: Gottfried Böhm and Fritz Wotruba have proven this. Böhm, known for his expressive concrete architecture in expressive cubature, created one of the largest pilgrimage churches in the archdiocese of Cologne with the Neviges pilgrimage cathedral in North Rhine-Westphalia from 1966 to 1968. He designed a suspended concrete structure in which the mutually supporting wall and ceiling elements form a single unit. From the outside, the sacred building appears as a cubist construction with a closed surface in exposed concrete.

The Viennese sculptor and set designer Fritz Wotruba designed a church building made of concrete blocks, while the architect Fritz Gerhard Mayr drew up the construction plans. The Roman Catholic church “Zur Heiligsten Dreifaltigkeit” in the south of Vienna was built from August 1974 to October 1976. It consists of 152 unclad concrete blocks, the tallest of which measures 13.10 meters. The light falls through simple panes of glass inserted into the irregular spaces between the blocks, resulting in overlapping beams of light.

Research buildings and experimental architecture have a lot of potential in common. In Berlin Lichterfelde, for example, there is the so-called “Mäusebunker”, a former animal laboratory of the Charité hospital. It was designed by architects Gerd Hänska and Kurt Schmersow in the early 1970s. The building was completed in 1981. The body of the building consists of an elongated and tilted truncated pyramid, the surface of which is made entirely of exposed concrete. Blue-painted ventilation pipes penetrate the façade surface from the inside – they almost look like gun barrels.

The façade openings on the long sides are designed as triangular window elements whose tetrahedrons also protrude from the façade plane. The “Mäusebunker” was actually supposed to be demolished, but last winter, with the support of the Berlin cultural scene, it was declared a model project of the State Monuments Office and will be preserved.

Would you like another history of style? When we think of Cubism today, the names of famous painters such as Pablo Picasso and Georges Braque or highly esteemed sculptors such as Alexander Archipenko and Henri Laurens spring to mind. But the art movement also had a central influence on architecture.