Planning with marginalized groups – how barriers can be systematically broken down

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Colorful buildings on the banks of the Inn with the Alps in the background in Innsbruck - Photo by Wolfgang Weiser.

Barrierefreiheit beginnt nicht am Bordstein – sondern im Kopf. Wer marginalisierte Gruppen in der Stadtplanung nur als Sonderfall behandelt, plant an der Zukunft vorbei. Denn echte Inklusion ist kein Add-on, sondern die Voraussetzung für lebendige, resiliente Städte. Wie gelingt es, unsichtbare Barrieren zu erkennen und systematisch abzubauen? Zeit für mutige Planung, kluge Beteiligung und einen Perspektivwechsel, der die Stadt für wirklich alle öffnet.

  • Definition marginalisierter Gruppen und ihre Relevanz für Stadt- und Freiraumplanung
  • Analyse typischer Barrieren im öffentlichen Raum – von physischen Hürden bis zu unsichtbaren Ausschlüssen
  • Strategien und Methoden, um Barrieren systematisch zu identifizieren und abzubauen
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz für gelungene inklusive Planung
  • Beteiligungsformate, die marginalisierte Gruppen in Planungsprozesse einbinden
  • Rechtliche Rahmenbedingungen und internationale Standards zu Barrierefreiheit und Inklusion
  • Innovative Werkzeuge und digitale Methoden für inklusive Planung
  • Erfolgsfaktoren und Stolpersteine bei der Umsetzung in Kommunen
  • Konkrete Handlungsempfehlungen für Planer, Verwaltungen und Politik
  • Ausblick: Warum inklusive Stadtentwicklung die Zukunft urbaner Resilienz ist

Marginalisierte Gruppen in der Stadtplanung: Wer sind sie – und warum sind sie so wichtig?

Marginalisierte Gruppen sind keine homogene Masse, sondern vielfältige Teile unserer Gesellschaft, die im öffentlichen Raum und in Planungsprozessen oft übersehen, benachteiligt oder schlicht ignoriert werden. Dazu zählen Menschen mit Behinderungen, ältere Bürger, Kinder, Menschen mit Migrationshintergrund, sozial Benachteiligte, aber auch beispielsweise queere Personen oder Menschen ohne festen Wohnsitz. Jede dieser Gruppen bringt spezifische Bedürfnisse und Perspektiven mit, die in herkömmlichen Planungsabläufen häufig nicht ausreichend berücksichtigt werden. Das Ergebnis: Städte und Orte, die zwar auf dem Papier für alle zugänglich erscheinen, in der Realität aber Exklusion, Unsichtbarkeit und Barrieren reproduzieren.

Die Bedeutung marginalisierter Gruppen für die Stadt- und Freiraumplanung kann kaum überschätzt werden. Zum einen, weil sie einen beachtlichen Teil der Stadtbewohner ausmachen – und damit Anspruch auf die Nutzung und Mitgestaltung des öffentlichen Raums haben. Zum anderen, weil sie als „Seismographen“ gelten, deren Erfahrungen und Bedürfnisse Aufschluss über strukturelle Defizite im Stadtraum geben. Wer sie ignoriert, läuft Gefahr, Fehlplanungen zu perpetuieren und damit dem Anspruch an eine nachhaltige, inklusive Stadtentwicklung nicht gerecht zu werden.

Historisch betrachtet wurden marginalisierte Gruppen lange als „Sonderfälle“ in der Planung behandelt. Die klassischen Normen und Standards – etwa DIN 18040 zur Barrierefreiheit oder die UN-Behindertenrechtskonvention – setzen zwar wichtige Rahmenbedingungen, werden aber in der Praxis oft erst im Nachgang oder auf Druck von Betroffenen umgesetzt. Die Folge: Barrierefreiheit und Inklusion erscheinen als lästige Pflichtaufgaben und nicht als integraler Bestandteil einer qualitätsvollen Planungskultur. Doch dieser Ansatz ist nicht mehr zeitgemäß. Angesichts des demografischen Wandels, wachsender Diversität und der Notwendigkeit zur sozialen Resilienz ist die Berücksichtigung marginalisierter Gruppen heute Pflicht und Kür zugleich.

Ein zukunftsfähiger Planungsansatz erkennt an, dass der öffentliche Raum nur dann ein Ort des Zusammenlebens sein kann, wenn er die Bedürfnisse aller Nutzergruppen in den Mittelpunkt stellt. Das bedeutet weit mehr als den Einbau von Aufzügen oder die Absenkung von Bordsteinen. Es geht um die radikale Infragestellung bestehender Planungsparadigmen, um die Öffnung für neue Perspektiven und vor allem um eine Haltung, die Vielfalt als Ressource und nicht als Problem begreift. Wer mit marginalisierten Gruppen plant, plant eine Stadt, die krisenfester, lebenswerter und schlichtweg besser ist.

Die Herausforderung besteht darin, die oft unsichtbaren Barrieren im Kopf und im Raum zu erkennen, sie systematisch zu analysieren und ihre Beseitigung als kontinuierlichen Prozess zu begreifen. Dies erfordert Mut, Kreativität und einen langen Atem – aber auch professionelle Methoden, innovative Werkzeuge und eine gelebte Beteiligungskultur. Die Frage ist nicht, ob wir es uns leisten können, marginalisierte Gruppen einzubeziehen. Die Frage ist: Können wir es uns leisten, es nicht zu tun?

Barrieren erkennen: Unsichtbares sichtbar machen und strukturelle Hürden verstehen

Barrieren sind viel mehr als Stufen, Schwellen und fehlende Rampen. Sie sind häufig unsichtbar, tief im System der Stadt eingeschrieben und wirken auf struktureller wie auf kultureller Ebene. Um sie systematisch abzubauen, müssen sie zunächst erkannt und verstanden werden – eine Aufgabe, die professionelle Planer mit kritischem Blick und analytischer Präzision angehen sollten. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer nur offensichtliche Mängel nach Checkliste abarbeitet, kratzt allenfalls an der Oberfläche.

Zu den klassischen physischen Barrieren zählen schlecht erreichbare Haltestellen, unüberwindbare Treppen, fehlende Leit- und Orientierungssysteme, zu enge Wege oder mangelhafte Beleuchtung. Doch mindestens ebenso gravierend sind kommunikative Barrieren: Informationstafeln, die komplex und unverständlich verfasst sind, fehlende Mehrsprachigkeit oder digitale Beteiligungsformate, die bestimmte Nutzergruppen ausschließen. Gerade im Zeitalter der Digitalisierung entstehen neue Hürden für Menschen ohne Zugang zu Technik oder ausreichende Medienkompetenz.

Doch die unsichtbarsten und zugleich wirkmächtigsten Barrieren sind sozialer und kultureller Natur. Dazu gehören unsichere Räume, die von bestimmten Gruppen gemieden werden, weil sie Diskriminierung oder Stigmatisierung fürchten. Oder Orte, die zwar formal zugänglich sind, aber implizit „nicht für mich“ gedacht scheinen – etwa exklusive Spielplätze oder überregulierte Plätze, die soziale Kontrolle und Ausschluss fördern. Solche Barrieren lassen sich kaum mit Maßband und DIN-Normen erfassen, sondern erfordern qualitative Methoden wie Beobachtung, Befragung oder partizipative Stadtspaziergänge.

Neben individuellen Hürden gibt es auch institutionelle Barrieren auf Verwaltungsebene: komplexe Antragsverfahren, fehlende Übersetzungsangebote, mangelnde Einbindung von Betroffenen in Entscheidungsprozesse. Diese strukturellen Ausschlüsse verstärken sich oft gegenseitig und führen dazu, dass die Bedürfnisse marginalisierter Gruppen systematisch untergehen – selbst in Projekten, die sich Barrierefreiheit und Teilhabe auf die Fahnen geschrieben haben.

Ein entscheidender Schritt besteht darin, die eigenen blinden Flecken als Planer zu reflektieren und sich auf einen Perspektivwechsel einzulassen. Dies erfordert Offenheit, Selbstkritik und die Bereitschaft, von Nutzern zu lernen, die mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert sind als man selbst. Erst wenn Barrieren in ihrer ganzen Komplexität erkannt werden, können sie gezielt und wirksam abgebaut werden. Wer dabei nur auf Standards und Normen setzt, bleibt im Denken von gestern verhaftet.

Systematische Strategien zum Abbau von Barrieren: Von der Bestandsaufnahme zur inklusiven Planungspraxis

Die Identifizierung von Barrieren ist das eine – ihre systematische Beseitigung das andere. Professionelle Stadt- und Landschaftsplaner stehen vor der Aufgabe, integrative Strategien zu entwickeln, die weit über punktuelle Anpassungen hinausgehen. Erfolgreiche Barrierefreiheit ist ein Prozess, der alle Planungsphasen durchdringt und sowohl auf räumlicher als auch auf organisatorischer Ebene ansetzt. Und wie so oft gilt: Wer einfach nur loslegt, verliert schnell das Ziel aus den Augen. Systematik ist Trumpf.

Am Anfang steht eine sorgfältige Bestandsaufnahme, die idealerweise unter Beteiligung der Betroffenen erfolgt. Hier bewähren sich Methoden wie Barriere-Checks, partizipative Begehungen oder Mapping-Workshops, bei denen Nutzer mit ganz unterschiedlichen Hintergründen den Raum erkunden und dokumentieren. Solche Prozesse sind nicht nur aufschlussreich, sondern schaffen auch Vertrauen und Sensibilität auf beiden Seiten. Der eigentliche Clou liegt darin, die gewonnenen Erkenntnisse frühzeitig in die Entwurfs- und Planungsphase zu integrieren – nicht erst als nachträgliche Korrektur.

Ein zweiter, oft unterschätzter Hebel ist die institutionelle Verankerung von Inklusion und Barrierefreiheit in Leitbildern, Ausschreibungen und Vergabekriterien. Nur wenn diese Prinzipien verbindlich eingefordert und regelmäßig überprüft werden, entfalten sie nachhaltige Wirkung. Innovative Kommunen setzen auf ressortübergreifende Zusammenarbeit: Stadtplanung, Sozialverwaltung, Bildungs- und Gesundheitswesen arbeiten Hand in Hand – ein echter Kulturwandel, der alte Zuständigkeitsgrenzen überwindet.

Technische Innovationen bieten zusätzliche Chancen: Digitale Tools wie Beteiligungsplattformen, Virtual-Reality-Simulationen oder App-basierte Feedbacksysteme ermöglichen es, Barrieren sichtbar zu machen und alternative Szenarien zu testen. Dabei gilt es, die Möglichkeiten der Digitalisierung gezielt zur Inklusion zu nutzen – und nicht neue digitale Gräben aufzureißen. Erfolgreiche Projekte zeigen, dass digitale Zwillinge, partizipative Kartierungen oder Echtzeit-Auswertungen nicht nur Planern, sondern auch marginalisierten Gruppen wertvolle Werkzeuge an die Hand geben können.

Letztlich erfordert die systematische Beseitigung von Barrieren einen langen Atem und eine Fehlerkultur, die kontinuierliches Lernen ermöglicht. Pilotprojekte, Monitoring und Evaluation sind unerlässlich, um Fortschritte sichtbar zu machen und aus Rückschlägen zu lernen. Wer Barrierefreiheit und Inklusion als fortlaufenden Prozess begreift, schafft eine Stadt, die sich dynamisch an die Bedürfnisse aller anpasst – und damit auch für künftige Herausforderungen gewappnet ist.

Partizipation, Recht und Praxis: Wie Beteiligung marginalisierter Gruppen gelingt

Beteiligung ist das Zauberwort der modernen Stadtplanung – doch allzu oft bleibt sie ein Lippenbekenntnis. Gerade bei marginalisierten Gruppen reicht es nicht, sie zu „informieren“ oder zu „konsultieren“. Echte Teilhabe bedeutet, ihre Perspektiven aktiv einzubinden, Entscheidungsprozesse transparent zu gestalten und Beteiligung als gleichberechtigten Dialog zu organisieren. Hier trennt sich die rhetorische Inklusion von der tatsächlich gelebten Praxis.

Wichtig ist zunächst die Auswahl geeigneter Beteiligungsformate. Klassische Bürgerforen oder Online-Plattformen erreichen bestimmte Gruppen schlichtweg nicht – sei es wegen Sprachbarrieren, fehlender Zugänge oder mangelndem Vertrauen. Erfolgreiche Kommunen setzen deshalb auf Methoden wie aufsuchende Beteiligung, Peer-to-Peer-Interviews, mobile Werkstätten oder niedrigschwellige Workshops an informellen Orten. Die Kunst besteht darin, die Formate flexibel an die Zielgruppe anzupassen und strukturelle Hürden konsequent abzubauen.

Rechtlich gibt es klare Vorgaben: Die UN-Behindertenrechtskonvention, die europäische Richtlinie zur Barrierefreiheit, aber auch nationale Gleichstellungsgesetze verpflichten Planer und Verwaltungen zur aktiven Einbindung und Berücksichtigung marginalisierter Gruppen. In der Praxis klafft jedoch oft eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Viele Beteiligungsverfahren sind zu technokratisch, zu wenig inklusiv oder schlicht überreguliert. Hier braucht es Mut zur Offenheit, Experimentierfreude und die Bereitschaft, Macht zu teilen.

Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigen, wie gelungene Beteiligung aussehen kann. In Zürich etwa werden Menschen mit Behinderungen frühzeitig in die Planung neuer Quartiere eingebunden – mit greifbaren Ergebnissen: barrierefreie Wegeführungen, inklusive Spielplätze und Aufenthaltsräume, die allen offenstehen. In Hamburg wurden mit Jugendlichen aus prekären Milieus gemeinsam Räume für informelle Freizeitgestaltung entwickelt, während in Wien Migrantenorganisationen an der Umgestaltung von Parks mitgewirkt haben. Solche Projekte zeigen: Beteiligung ist kein Selbstzweck, sondern erzeugt Mehrwert für alle – wenn sie ernst gemeint und professionell begleitet wird.

Entscheidend ist, dass Beteiligung nicht als „Störfaktor“ im Planungsprozess gesehen wird, sondern als Motor für Innovation und Qualität. Wer marginalisierte Gruppen einbindet, erhält wertvolles Wissen, fördert soziale Kohäsion und erhöht die Akzeptanz neuer Projekte. Die Stadt der Zukunft ist nur dann resilient, wenn sie von möglichst vielen gestaltet wird – und nicht nur von denen, die ohnehin schon am Tisch sitzen.

Fazit: Inklusive Planung als Schlüssel für die resiliente Stadt der Zukunft

Barrieren im öffentlichen Raum sind kein Schicksal, sondern das Ergebnis von Planungsentscheidungen – oder deren Abwesenheit. Wer sich ernsthaft für inklusive Stadtentwicklung engagiert, muss bereit sein, die Komfortzone zu verlassen und eingefahrene Routinen zu hinterfragen. Marginalisierte Gruppen sind keine Randnotiz, sondern zentrale Akteure einer lebendigen, zukunftsfähigen Stadtgesellschaft.

Der Weg zur barrierefreien, inklusiven Stadt ist kein Sprint, sondern ein Marathon – gespickt mit Stolpersteinen, aber auch mit lohnenden Etappenzielen. Systematische Bestandsaufnahme, innovative Strategien, gelebte Beteiligung und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, sind die Bausteine einer Planungskultur, die Vielfalt als Stärke begreift. Wer Barrieren abbaut, baut Brücken: zwischen Menschen, Generationen und Lebenswelten.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen geben die Richtung vor, doch entscheidend ist die Haltung der Akteure. Mut, Offenheit und Empathie sind mindestens so wichtig wie Normen und Standards. Digitale Werkzeuge und neue Beteiligungsformate bieten ungeahnte Chancen – vorausgesetzt, sie werden inklusiv gedacht und eingesetzt.

Die Zukunft der Stadt liegt in der Fähigkeit, Unterschiedlichkeit zuzulassen und produktiv zu machen. Planung mit marginalisierten Gruppen ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Nur so entstehen Orte, die für alle funktionieren – und nicht nur für die Mehrheit. Wer heute in inklusive Prozesse investiert, erntet morgen lebenswerte Räume, soziale Stabilität und echte urbane Resilienz.

Garten und Landschaft bleibt dabei Ihr kritischer Begleiter: Wir zeigen, wie professionelle Planung Barrieren nicht nur abbaut, sondern neue Horizonte öffnet. Denn die Stadt von morgen ist nicht nur barrierefrei – sie ist offen, kreativ und voller Möglichkeiten für alle.

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On Open Monument Day, 7,500 monuments across Germany opened their doors – 750 in Bavaria alone. The gate of the Old Mint in Munich was also wide open, with the Bavarian State Office for the Preservation of Monuments inviting visitors to view the exhibition in the Hall of Columns. Accompanied by guided tours and lectures, the exhibition “Großbaustelle 793” ran until October 10, 2014.

Under the title “Construction site 793: Charlemagne’s canal project between the Rhine and Danube”, the exhibition presents the latest results of research into Charlemagne’s moat, the “Fossa Carolina”, as a contribution to the 1200th anniversary of his death. Charlemagne’s moat was intended to connect the Altmühl and Rezat rivers – thus the Rhine and Danube – and thus overcome the European watershed. The text walls are mounted on steel grids and probably refer to the short duration of the exhibition, but at the same time to the large-scale archaeological construction site that is still ongoing. The confirmation of written, contemporary sources on the Karlsgraben using archaeological methods is remarkable. Sharpened oak planks, lateral boundaries of the approximately six-metre-wide moat, were excavated and can be seen in the exhibition in their original form as well as reconstructed in a “walk-in moat”. Franz Herzig carried out their dendrochronological examination in Thierhaupten – and confirmed the dates given in the imperial annals for the years 791 to 793, which report on the construction of the moat in 793.

The Day of the Open Monument in Bavaria was opened the day before at Thierhaupten Monastery. Read more about this in RESTAURO 7/2014.

Hermes – More than the messenger of the gods

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Hermes is often depicted in the guise of Hermes Kriophoros (Aries bearer). Photo: CC BY-SA 3.0, via: Wikimedia Commons
Hermes is often depicted in the guise of Hermes Kriophoros (Aries bearer). Photo: CC BY-SA 3.0, via: Wikimedia Commons

Hermes appears in ancient mythology as a figure who organizes transitions and productively links opposites. As a divine mediator between gods and humans, between movement and order as well as between life and death, he embodies central cultural ideas of the Greek world. The mythological figure is particularly suitable for investigating interactions between cult, art and systems of meaning in the ancient world.

The Greek world of gods is characterized by clearly defined responsibilities, but not all deities can be clearly defined. It is precisely those figures that combine several functional areas that open up a differentiated view of ancient worlds of thought and life. In archaic times, Hermes developed into a central figure of such transitional zones, whose effectiveness manifested itself in everyday religious life, in narrative myths and in visual culture. His significance is not explained by a single field of activity, but by his ability to symbolically bundle movement, exchange and mediation – from travel and trade to the guidance of souls. This makes it a key to understanding the cultural logics that shaped the Greek polis.

Mythological roles and cultic anchoring

In the Homeric hymns, Hermes appears as an early autonomously acting deity whose characteristics are already programmatically developed in the myth. The famous theft of Apollo’s cattle is to be read less as a moral transgression than as a narrative demonstration of intelligence, agility, knowledge of rules and rhetorical skill. These characteristics point to a deity who does not negate orders, but shifts and readjusts them according to the situation. In addition to his function as a messenger of the gods, Hermes clearly emerges in Greek religion as a psychopompos who guides souls on their way to Hades after death. This accompanying function connects the sphere of the living with the underworld and makes Hermes a mediator at one of the most radical boundaries of human existence.
This role found a concrete counterpart in cult practice: herms – cuboid pillars with the head of the god and often a phallic relief – were erected at crossroads, property boundaries, doorsteps and city gates, offering protection, orientation and legal markings at the same time. Such objects combined religious worship with social order, marked borders and paths, protected travelers and traders and made crossings visible and controllable. The cult of Hermes was particularly widespread in Arcadia and Attica in the Archaic and Classical periods; Mount Kyllene in Arcadia was considered the time-honored birthplace, from where its worship spread to other regions. The importance of the herms for the functioning of the polis is dramatically demonstrated by the famous desecration of the herms in Athens in 415 BC, when numerous public herms were mutilated in one night and a political-religious scandal arose that shook confidence in the order, omens and security of the city. The violent reaction of the Athenians – including trials, exile and political purges – illustrates how closely religious symbols, public space and polis-communal identity were linked.

Pictorial representation and artistic concepts

A comparatively stable iconographic repertoire developed in the visual arts of antiquity. Hermes was often depicted as a youthful, athletic body, equipped with winged sandals, a traveling hat (petasos) and the herald’s staff (kerykeion) as a sign of mediation. These attributes refer to speed, communication, trade and protection, but at the same time to a controlled, idealized physicality. Classical sculptures in particular, such as the “Hermes with the Dionysus Boy” from Olympia, which has been attributed to Praxiteles since antiquity, show Hermes as a resting figure with latent potential for movement, emphasizing the balance between dynamism and order. Attic vase painting from the 6th and 5th centuries BC also takes up these pictorial formulas, for example in scenes of soul guidance, errands between gods and humans or the accompaniment of other deities. In funerary iconography, Hermes Psychopompos appears as a discreet but present figure who frames the moment of farewell and structures the transition to the sphere beyond; his travel attributes no longer merely mark profane movement, but emphasize his ability to move safely between different worlds.

Transformations and cultural repercussions

In Roman antiquity, Hermes merged with Mercury, whereby the focus of his responsibilities shifted more towards trade, transportation, economic exchange and the urban economy, without completely displacing older functions such as the role of messenger and psychopompos. This adaptation illustrates how mythological figures remained adaptable to new social, political and economic contexts. In the European Renaissance, the ancient deity – now mostly under the name of Mercury – was received as an allegory of eloquence, learned mediation, inspiration and rapid intelligence. Humanist pictorial programmes drew on him to symbolize intellectual agility, diplomatic skill and rhetorical competence, for example in emblem books, ceiling paintings or courtly allegories. The figure thus became part of a long-term traditional context in which ancient systems of meaning were repeatedly reinterpreted, recoded and functionalized.
Even today, Hermes – often conveyed through the figure of Mercury – stands for mobility, communication, trade and the productive handling of borders, which is why his symbolism remains understandable even in modern cultural contexts. In art and cultural history, the figure proves to be a connecting element between religious practice, visual design and social order. Its enduring presence shows that ancient myths are less to be understood as rigid traditions than as flexible interpretations that can be adapted to changing cultural issues and constantly updated.