Retention roofs and their urban impact – practical examples and monitoring

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Aerial view of a city with a river, photographed by Emmanuel Appiah

Retentionsdächer sind längst nicht mehr die kuriosen Exoten, als die sie vor wenigen Jahren noch galten. Sie sind zur urbanen Notwendigkeit geworden – als technische Antwort auf Starkregen, urbane Hitze und den Wunsch nach lebenswerteren Städten. Doch wie wirken sie wirklich auf das Stadtklima, welche Praxisbeispiele inspirieren – und was verrät das Monitoring über ihre tatsächliche Wirksamkeit? Dieser Artikel liefert exklusive Einblicke, überraschende Erkenntnisse und die Expertise, die nur Garten und Landschaft bieten kann.

  • Definition und Funktionsweise von Retentionsdächern in der Stadtentwicklung
  • Stadtklimatische und stadtökologische Effekte von Retentionsdächern
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz: Projekte, Erfahrungen, Lehren
  • Monitoring-Methoden: Was wird gemessen, welche Daten zählen wirklich?
  • Rechtliche, technische und planerische Herausforderungen
  • Retentionsdächer als Teil nachhaltiger Stadtentwicklung und Klimaanpassung
  • Bedeutung für die Versickerung, Verdunstung und Biodiversität im urbanen Raum
  • Wechselwirkungen mit anderen blau-grünen Infrastrukturen
  • Potenziale, Grenzen und Zukunftsperspektiven aus Expertensicht

Retentionsdächer: Definition, Funktionsweise und stadtklimatische Bedeutung

Wer heute über nachhaltige Stadtentwicklung spricht, kommt an Retentionsdächern nicht vorbei. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff? Einfach gesagt handelt es sich dabei um Dachbegrünungen, die gezielt mit einer Retentionsschicht ausgestattet sind, um Niederschlagswasser temporär zu speichern und verzögert abzuleiten. Während klassische Gründächer schon seit Jahrzehnten das Stadtbild mancher Metropolen begrünen, gehen Retentionsdächer einen entscheidenden Schritt weiter: Sie sind als technisches System konzipiert, das sowohl die Regenwasserbewirtschaftung als auch das Stadtklima aktiv beeinflusst. Diesen Unterschied zu erkennen, ist zentral für alle, die in Planung, Architektur und Stadtentwicklung Verantwortung tragen.

Die Funktionsweise von Retentionsdächern ist dabei ebenso clever wie simpel: Niederschlag wird zunächst in einer speziellen Schicht – meist bestehend aus speicherfähigen Substraten oder eigens entwickelten Speichermatten – aufgefangen. Von dort aus erfolgt die Abgabe an die darunterliegende Dachabdichtung oder an ein kontrolliertes Entwässerungssystem. Der Clou: Während herkömmliche Dächer das Regenwasser blitzschnell ins Kanalsystem jagen (und damit das Risiko von Überflutungen erhöhen), halten Retentionsdächer das Wasser zurück, puffern es und geben es erst zeitverzögert oder über Verdunstung an die Umgebung ab. Dieser Vorgang entlastet nicht nur die städtische Kanalisation bei Starkregen, sondern sorgt auch für lokale Verdunstungskühlung und ein angenehmeres Mikroklima.

Stadtklimatisch betrachtet, sind Retentionsdächer ein wahrer Joker. In Zeiten urbaner Hitzeinseln, versiegelter Flächen und immer häufiger auftretender Starkregenereignisse sind sie ein wichtiger Baustein der Klimaanpassung. Sie tragen dazu bei, das Temperaturgefälle zwischen Stadt und Umland zu mildern, indem sie durch Verdunstungskälte die Umgebungsluft abkühlen. Zusätzlich wirkt die Begrünung als Staub- und Schadstofffilter, verbessert die Luftqualität und steigert die Biodiversität auf dem Dach – ein Aspekt, der gerade in dicht bebauten Innenstädten nicht zu unterschätzen ist. Wer sich also fragt, wie Städte widerstandsfähiger und lebenswerter werden können, findet in Retentionsdächern eine der überzeugendsten Antworten.

Doch damit nicht genug: Retentionsdächer sind auch ein Paradebeispiel für die sogenannte blaue-grüne Infrastruktur, also Systeme, die Wasser- und Grünflächen intelligent verknüpfen. Sie stehen für einen Paradigmenwechsel in der Stadtplanung: weg von der reinen Entsorgung, hin zur Nutzung und Aufwertung von Regenwasser. Statt Wasser als Problem zu betrachten, wird es als Ressource erkannt – eine Haltung, die in Zeiten des Klimawandels mehr als zeitgemäß ist. Es ist kaum übertrieben zu sagen, dass Retentionsdächer das Denken über Dächer, Wasser und Stadtgrün auf den Kopf stellen.

Die Bedeutung von Retentionsdächern wächst parallel zum Druck, den die Klimakrise auf Städte ausübt. Sie sind längst mehr als ein modisches Öko-Gimmick für Luxusprojekte. Vielmehr sind sie Teil einer systemischen Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft: Sie verbinden Technik, Ökologie und städtebauliche Ästhetik – und sind damit ein Musterbeispiel für innovative, resiliente Stadtgestaltung.

Praxisbeispiele: Retentionsdächer im Einsatz in der DACH-Region

Ein Blick auf die Praxis zeigt: Theorie und Realität klaffen oft auseinander, doch im Fall der Retentionsdächer gibt es beindruckende Beispiele für gelungenes Zusammenspiel von Planung, Ausführung und Wirkung. Besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich einige Projekte hervorgetan, die als Blaupause für andere Kommunen und Planer dienen können. Nehmen wir etwa Hamburg, eine Stadt, die seit Jahren gezielt auf Retentionsdächer setzt. Hier sind sie Bestandteil der „Hamburg Wasser Strategie“, die auf eine dezentrale Regenwasserbewirtschaftung abzielt. Im Neubaugebiet Oberbillwerder etwa werden Retentionsdächer flächendeckend vorgeschrieben, um das Kanalsystem zu entlasten und Hitzeinseln zu entschärfen. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Die lokale Temperatur ist messbar gesunken, die Biodiversität auf den Dächern wächst, und die Belastung der Kanalisation bei Starkregen ist spürbar reduziert.

In der Schweiz, insbesondere in Zürich und Basel, haben innovative Ansätze zu einer breiten Akzeptanz von Retentionsdächern geführt. Die Stadt Basel etwa hat mit dem „Gründachkataster“ ein Vorzeigeinstrument geschaffen, das sowohl Planern als auch Bauherren die Mehrwerte von Retentionsdächern transparent macht. Hier werden nicht nur die ökologischen Effekte dokumentiert, sondern auch konkrete Hinweise zu Fördermöglichkeiten und technischen Standards gegeben. Das Resultat: Immer mehr Bauherren entscheiden sich freiwillig für Retentionsdächer, unterstützt durch ein engmaschiges Monitoring, das die tatsächliche Wirksamkeit belegt.

Ein weiteres Beispiel findet sich in Wien, wo Retentionsdächer im Zuge der „Wiener Schwammstadt-Strategie“ zunehmend zur Pflicht werden. Hier geht man einen integrativen Weg: Retentionsdächer sind Teil eines Gesamtkonzepts, das auch Versickerungsmulden, begrünte Fassaden und wasserdurchlässige Beläge einbezieht. Die Stadt setzt auf Synergien zwischen verschiedenen blau-grünen Infrastrukturen, um eine maximale Wirkung zu erzielen. Das Monitoring zeigt, dass Retentionsdächer nicht nur technisch zuverlässig funktionieren, sondern auch einen spürbaren Beitrag zur Hitzeminderung in dicht bebauten Quartieren leisten.

Doch nicht nur Metropolen machen vor, wie es geht. Auch kleinere Städte und Gemeinden engagieren sich. Beispielhaft ist die Stadt Esslingen, die im Rahmen eines EU-Förderprojekts Retentionsdächer auf mehreren Schulgebäuden installiert hat. Die Erfahrungen sind durchweg positiv: Die Dächer dienen zugleich als Lern- und Erlebnisräume für Schüler, verbessern das Mikroklima und stellen eine Vorbildfunktion für private Bauherren dar. Hier zeigt sich, dass Retentionsdächer nicht nur Großstädte, sondern auch Kommunen mit begrenztem Budget und Flächenangebot entscheidend voranbringen können.

Die Praxisbeispiele verdeutlichen: Erfolgreiche Retentionsdächer sind nie das Ergebnis zufälliger Einzelmaßnahmen, sondern das Resultat einer klugen Verzahnung von Planung, Förderung, technischer Innovation und gesellschaftlicher Akzeptanz. Sie setzen voraus, dass alle Akteure – von der Verwaltung über die Planer bis hin zu den Nutzern – an einem Strang ziehen. Nur so können die Potenziale voll ausgeschöpft werden und die Stadt von der Dachfläche zum Stadtklima-Helden werden.

Monitoring von Retentionsdächern: Methoden, Erkenntnisse, Herausforderungen

Wirkungsvolle Stadtentwicklung lebt von Fakten, nicht von Bauchgefühl. Genau deshalb kommt dem Monitoring von Retentionsdächern eine Schlüsselrolle zu. Doch was wird eigentlich gemessen, und wie? In der Regel stehen drei zentrale Aspekte im Fokus: die Wasserretention selbst, die Verdunstungsleistung und die Auswirkungen auf das Mikroklima. Moderne Monitoring-Systeme setzen hier auf eine Mischung aus Sensorik, Wetterdaten, Fernerkundung und manuellen Messungen. So werden etwa Bodenfeuchte, Temperatur, Niederschlagsmenge und Abflussverhalten kontinuierlich erfasst – ein Aufwand, der sich lohnt, denn nur so lassen sich die tatsächlichen Effekte gegenüber der Planung bewerten und optimieren.

Die Ergebnisse erstaunen selbst erfahrene Planer immer wieder. So zeigen Langzeituntersuchungen etwa, dass Retentionsdächer bis zu 80 Prozent des Jahresniederschlags zurückhalten oder verdunsten können. Besonders bemerkenswert ist dabei die hohe Effizienz bei Starkregenereignissen: Während konventionelle Dächer das Wasser sofort abführen, verzögern Retentionsdächer den Abfluss teils um mehrere Stunden oder Tage – ein entscheidender Vorteil für die Kanalisation und den städtischen Hochwasserschutz. Gleichzeitig belegen Temperaturmessungen eine signifikante Abkühlung der Umgebungsluft, insbesondere an heißen Tagen. Die Verdunstung sorgt für eine spürbare Verbesserung des lokalen Klimas, ein Effekt, der in dicht bebauten Quartieren Gold wert ist.

Monitoring bedeutet allerdings nicht nur das Sammeln von Zahlen, sondern auch das kritische Hinterfragen der eigenen Annahmen. So hat sich etwa gezeigt, dass die Vegetation auf Retentionsdächern eine größere Rolle spielt, als ursprünglich angenommen. Je nach Bepflanzungstyp, Substrat und Dachneigung variieren die Retentionsleistungen teils erheblich. Auch die Pflegeintensität wirkt sich auf die Performance aus: Vernachlässigte Dächer mit ausgedünnter Vegetation speichern weniger Wasser und bieten geringere Verdunstungseffekte. Das Monitoring liefert hier unverzichtbare Hinweise für die Optimierung von Planung und Pflege.

Eine weitere Herausforderung liegt in der Standardisierung der Messmethoden. Während einige Städte auf hochpräzise Sensorik und digitale Datenauswertung setzen, begnügen sich andere mit punktuellen Kontrollmessungen. Das erschwert den Vergleich zwischen Projekten und die Übertragbarkeit von Erfahrungswerten. Hier besteht Nachholbedarf, denn nur mit einheitlichen Standards lassen sich die Effekte von Retentionsdächern belastbar bewerten und für die Praxis nutzbar machen.

Schließlich spielt das Monitoring auch eine politische Rolle: Es liefert die Argumente, mit denen Entscheider, Fördergeber und Öffentlichkeit überzeugt werden können. Wer belastbare Zahlen zur Leistungsfähigkeit von Retentionsdächern vorlegen kann, schafft Vertrauen und Akzeptanz – und treibt damit die Verbreitung dieser Technik entscheidend voran. In einer Zeit, in der jede Stadt um die besten Lösungen ringt, ist das ein unschätzbarer Vorteil.

Planung, Umsetzung und rechtliche Rahmenbedingungen: Stolpersteine und Lösungsansätze

So überzeugend die Vorteile von Retentionsdächern sind, so vielfältig sind die Herausforderungen bei Planung und Umsetzung. Einer der größten Stolpersteine ist das Nebeneinander unterschiedlichster rechtlicher Vorgaben. Während in einigen Bundesländern die Begrünung und Retention bereits bauordnungsrechtlich verankert ist, fehlt in anderen Regionen jegliche Verpflichtung – und damit oft auch das Bewusstsein für die Notwendigkeit. Auch die technischen Zulassungen für Retentionsschichten und Entwässerungssysteme sind nicht immer einheitlich geregelt. Planer stehen daher regelmäßig vor der Aufgabe, für jedes Projekt die passenden Genehmigungen, Fördermittel und Normen zu recherchieren und zu kombinieren. Das kostet Zeit, Nerven und manchmal auch die letzten grauen Zellen.

Technisch gesehen erfordert die Planung von Retentionsdächern ein hohes Maß an Detailwissen. Es reicht nicht, einfach mehr Substrat auf das Dach zu schütten. Entscheidend ist die Kombination aus Tragfähigkeit des Dachs, Auswahl des richtigen Substrats, Bemessung der Retentionsschicht und Abstimmung des Abflussverhaltens. Auch die Integration in bestehende Entwässerungssysteme will wohlüberlegt sein, sonst drohen Fehleffekte wie unerwünschte Staunässe oder fehlende Wirkung bei Starkregen. Hinzu kommt die Frage nach der dauerhaften Pflege: Wer ist verantwortlich, wie werden Kontrollen organisiert, und wie lässt sich die Leistungsfähigkeit über Jahrzehnte sicherstellen?

Ein weiteres Problemfeld ist die Wirtschaftlichkeit. Zwar zeigen zahlreiche Studien, dass Retentionsdächer langfristig Kosten sparen – etwa durch geringere Kanalgebühren, reduzierte Schäden bei Starkregen und erhöhte Lebensdauer der Dachabdichtung –, doch die anfänglichen Investitionen schrecken viele Bauherren ab. Hier sind Förderprogramme, steuerliche Anreize und gezielte Öffentlichkeitsarbeit gefragt, um die Hemmschwelle zu senken. Ein positives Beispiel liefert die Stadt München, wo seit Kurzem ein Fördertopf speziell für Retentionsdächer existiert. Die Nachfrage zeigt: Ist das Angebot erst einmal bekannt, wächst auch die Bereitschaft zur Umsetzung.

Auch kulturelle Hürden spielen eine Rolle. In vielen Köpfen ist das Dach noch immer eine reine Schutzkonstruktion – für Technik, für Menschen, für Werte. Die Idee, es als multifunktionale Landschaftsfläche zu nutzen, setzt einen mentalen Wandel voraus. Planer und Architekten sind daher gefordert, nicht nur technische, sondern auch kommunikative Überzeugungsarbeit zu leisten. Je besser es gelingt, die Vorteile von Retentionsdächern anschaulich zu machen, desto eher gelingt die Transformation des urbanen Dachbestands zu einem Netzwerk grüner, klimafreundlicher Flächen.

Die gute Nachricht: Die rechtlichen, technischen und kulturellen Hürden sind keine Naturgesetze. Sie lassen sich überwinden – mit kluger Planung, engagierter Kommunikation und dem Mut, neue Wege zu gehen. Die Praxis zeigt, dass dort, wo Verwaltung, Politik und Planer an einem Strang ziehen, die Erfolgsgeschichten nur so sprießen. Und das ist vielleicht die wichtigste Erkenntnis: Die Zukunft der Stadt liegt auf dem Dach – sofern wir bereit sind, sie zu gestalten.

Retentionsdächer als Herzstück urbaner Resilienz: Potenziale, Grenzen, Perspektiven

Retentionsdächer sind weit mehr als technische Spielerei. Sie sind ein Schlüssel zu einer neuen, widerstandsfähigen Stadt. Ihr Potenzial reicht von der Verbesserung des Mikroklimas über die Stärkung der Biodiversität bis hin zur Entlastung der städtischen Infrastruktur. Besonders spannend ist dabei ihr integrativer Charakter: Sie verbinden Wasserwirtschaft, Stadtökologie und architektonische Gestaltung zu einem stimmigen Ganzen. Damit sind sie Paradebeispiel für die blaue-grüne Infrastruktur, die in Zukunft das Rückgrat urbaner Resilienz bilden dürfte.

Doch wie bei jeder Innovation gibt es auch Grenzen. Nicht jedes Dach eignet sich für eine Retentionslösung. Statik, Nutzungskonflikte, Kosten und technische Restriktionen setzen dem flächendeckenden Einsatz natürliche Schranken. Zudem ist die Wirkung von Retentionsdächern immer Teil eines größeren Ganzen. Ein einzelnes Dach kann keine Stadt vor Überflutung schützen. Erst im Zusammenspiel mit anderen Maßnahmen – etwa entsiegelten Flächen, Versickerungsmulden und offenen Wasserläufen – entfaltet sich die volle Wirkung. Es braucht also ein systemisches Denken, um das Potenzial von Retentionsdächern auszuschöpfen.

Ein weiteres Feld, das zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Digitalisierung. Moderne Monitoring-Systeme, gekoppelt mit städtischen Datenplattformen, ermöglichen eine Echtzeitüberwachung und Optimierung der Retentionsleistung. Sie schaffen Transparenz, liefern Planungsgrundlagen und machen die Wirkung von Maßnahmen sichtbar. In Kombination mit anderen digitalen Tools – etwa Urban Digital Twins – eröffnen sie neue Möglichkeiten für die Steuerung und Bewertung städtischer Wasserhaushalte. Hier schlummert ein enormes Potenzial, das in den kommenden Jahren weiter erschlossen werden dürfte.

Auch die gesellschaftliche Perspektive ist entscheidend. Retentionsdächer bieten die Chance, Stadtbewohner für Klimaanpassung und Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Sie schaffen neue Lebensräume, fördern die Aufenthaltsqualität und eröffnen innovative Nutzungen – von Urban Gardening bis zu Dachparks. In einer Zeit, in der Städte nach neuen Identifikationsorten suchen, können begrünte Dächer zu Symbolen des Wandels werden. Sie stehen für eine neue Haltung zur Stadt, zum Wasser und zur Natur.

Die Perspektiven für Retentionsdächer sind also glänzend – vorausgesetzt, wir denken groß, vernetzt und mutig. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob es gelingt, aus Pilotprojekten eine echte Bewegung zu machen. Klar ist: Wer heute in Retentionsdächer investiert, investiert in die Zukunft der Stadt. Und das ist, bei allem planerischen Ehrgeiz, auch ein ziemlich gutes Gefühl.

Fazit

Retentionsdächer sind mehr als nur ein grüner Trend. Sie sind ein zentraler Baustein für die klimaresiliente, lebenswerte und zukunftssichere Stadt. Ihre Wirkung reicht weit über das einzelne Gebäude hinaus: Sie beeinflussen das Stadtklima, entlasten die Infrastruktur, schaffen neue Lebensräume und setzen Impulse für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Praxisbeispiele aus der DACH-Region zeigen, wie erfolgreich Retentionsdächer bereits heute wirken – vorausgesetzt, Planung, Monitoring und Kommunikation greifen ineinander. Die Herausforderungen sind real, aber überwindbar. Entscheidend ist, dass alle Beteiligten den Mut aufbringen, neue Wege zu gehen, Standards zu setzen und das Dach als urbane Ressource zu begreifen. Die Zukunft der Stadt liegt nicht nur in smarten Technologien oder visionären Masterplänen, sondern auch im ganz realen, lebendigen Grün über unseren Köpfen. Wer das erkennt, gestaltet nicht nur Dächer – sondern die Stadt von morgen. Und dafür lohnt sich jeder Schritt aufs Dach.

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The starting point was the redesign of the steep, no longer safe to use concrete arena that leads to the “Sonderbar” children’s and youth club in the community center. The aim was to create a friendly and colorful entrance situation that invites people to the “Sonderbar”. A seating arena is intended to invite young people and confirmands to linger, chill out and celebrate, while also appealing to everyone who passes by. As part of the design, the extended outdoor area was also integrated into the design to create a harmonious overall look for the community garden and make access to the community center more inviting. The greywacke rock seating arena forms a transition and acts as a “front garden bed backdrop” to the community center, which changes over the course of the seasons. Strictly trimmed hedge bands serve as “green hedge railings” and protect the footpath from the flowerbeds. The steps are atmospherically set off by bollard lights in the clusters of shrubs and grasses, while recesses in the path decking serve as small seating niches. Herbaceous perennials were planted at the sides of the flowerbeds to turn the steps into a “scented staircase”.

A connecting element between the front and rear garden areas is the “community meadow”. At the rear is the “community terrace”, which adjoins the worship hall and is slightly higher, like a small bastion. This previously little-used terrace has now been transformed into an extended worship and open space that is used for congregational activities, open-air services, baptisms, meetings and festivities. The terrace is structured by intersecting strips of light-colored slabs and protected from noise and views from the main road by a hedge. Beds of ground cover and vertical grasses reinforce the effect of a sheltered, framed space. Here too, bollard lights in the beds provide atmospheric lighting accents, especially in the evening and in winter.

The garden was designed to be climate-friendly, with robust, low-maintenance plants that can withstand drought, urban climates and cold. The plants are also insect and bee-friendly. The plant beds consist mainly of ground covers, ornamental perennials, grasses and specimen plants that change depending on the season. Especially in summer, white hydrangeas and solitary grasses with taut stems add to the atmosphere.

The selection of plants in the community garden includes a variety of robust and climate-resistant plants. Strictly pruned hedges such as hornbeam (Carpinus betulus) and Schmidt’s alpine currant (Ribes alpinum Schmidt) form a structured framework. Flowering plants such as the panicle hydrangea (Hydrangea paniculata Limelight), the autumn anemone (Anemone japonica ‘Honorine Jobert’) and the white summer wood aster (Aster divaricatus Tradescant) provide seasonal color accents. Ground cover plants such as the ground cover rose Noatraum and the ornamental lady’s mantle (Alchemilla epipsila) fill the garden with vibrant greenery. The candle knotweed (Bistorta amplexicaulisLisan) and the cranesbill (Geranium wallichianum Azure Rush) complete the floral variety. Other plants such as steppe sage (Salvia nemorosa Caradonna), coneflower (Rudbeckia fulgida var. sullivantii Goldsturm), mountain mint (Calamintha nepeta Triumphator) and Patagonian verbena (Verbena bonariensis) not only provide aesthetic accents, but also attract insects. The catmint (Nepeta x faassenii) and various grasses, such as the autumn head grass (Sesleria autumnalis) and the garden riding grass (Calamagrostis x acutiflora Karl Foerster`), round off the plant selection and ensure a dynamic garden appearance all year round.

“Every garden is the result of an individual idea,” says Noël Besgen (landscape architect AKNW) – creative idea finder and design-competent planner for all aspects of garden and open space architecture. The starting point is the location, the garden, the square, the street, the park – and people.

The office “besgen Landschaftsarchitektur” was founded in 2008 with a focus on open space and object planning of private gardens. We create innovative, pragmatic, individual and low-maintenance concepts for feasible planning and design proposals for urban garden and open space culture that meet the special requirements of contemporary living and working environments. The designs stand for functionality, timelessness, formal restraint and clear reduction to simplicity. Competent and complete project support from the first sketch to the realized object.

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Realization: 2021-2022
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Design + planning: besgen landscape architecture & Noël Besgen I landscape architect AKNW

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The politician Jens Spahn sees German city centres being overrun by the English language and a globalized hipster culture. Our author wishes him more serenity.

Jo, it’s funny, the picture above. A subtle linguistic attack on the common Teutonic tourist. Whether an unconscious act of Germano aversion or rather sloppiness in the Adriatic high season – the impression currently haunting Facebook refers to the great theme of longing and loss in globalization: dealing with one’s own, and foreign, language. An emotional subject. Believe me, I know what I’m talking about – I’m currently living in Mexico and am trying, with moderate success, to improve my Spanish. That’s important, because hardly anyone speaks English here. Unlike in Berlin-Mitte.

Which brings us to the topic. The dominance of English in core tourist areas such as the center of Berlin has just been made an issue by CDU politician (and, according to those in the know, upcoming party star) Jens Spahn. He says that too much English is spoken in Berlin’s hipster cafés. And tries, somewhat strenuously, to combine his position as the only CDU hipster with his Anglo-critical core argumentation. Of course, this is aimed more at the CDU core electorate “out in the country”, people in Wanne-Eickel or Salzgitter-Lebenstedt, who may not speak English as well as the Berlin hipsters Spahn doesn’t appreciate (and like himself, as he casually lets slip).

Very important for Spahn: the reversal of the provincialism accusation. It is not the people from Wanne-Eickel who are provincial, but the hipsters themselves. A popular mental maneuver: take your opponent’s main argument and throw it at them yourself. Am I stupid? No, you are stupid. No, you are. No you…

Now, the presence of English in the tourist centers of our cities – as well as in those of other metropolises – cannot be denied. Occasionally I sit with a German friend at the bar of Berlin’s Soho House and order drinks from the German barman – in English. It does feel a bit strange. But to be honest, it’s not that bad. In any case, it doesn’t give me the identity crisis Spahn is talking about. And the drinks are still good.

What is interesting about Spahn’s criticism, however, is his observation that a kind of global tourism culture is spreading in our centers and replacing everything regional. That’s true, these cultural processes do exist. They also have an architectural impact, in Berlin, for example, through the construction of architecturally disastrous hotel bunkers that signal to Easyjet tourists in particular: This is your place. Berlin has little to counter this as a city due to empty coffers. At least investment is now being made, it seems. But the question is at what point the atmosphere of a city center is actually undermined to such an extent that nothing specific to the city remains.

Although – ultimately, I’m not so pessimistic about this. And that’s because I believe in the power of our cities more than Jens Spahn does. It’s not true that “all of Mitte” or the entire city centre of Munich is degenerating into vulgar, globalized party zones. Rather, backpacker tourism and hipsteritis are being added to other cultural elements. And alongside the aforementioned hotel monstrosities, a lot of good architecture is still being created in our cities. In this respect, dear Mr. Spahn: Relax. Oh sorry – don’t despair, I meant.