Roads as water managers – drainage, retention and cooling combined

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Street scene with people in Switzerland, taken by Leo_Visions

Regen als Ressource statt Störfaktor, Straßen als Hightech-Kanäle und kühlende Lebensadern der Stadt – was nach Zukunftsmusik klingt, ist längst ein zentrales Thema in der zeitgemäßen Stadt- und Freiraumplanung. Wer heute urbane Straßenräume nur als Verkehrsflächen begreift, verpasst die klimatische Revolution: Straßen werden zu Multitalenten, die Wasser managen, Retention ermöglichen und urbane Hitze entschärfen. Die große Herausforderung: Wie lassen sich Drainage, Retention und Kühlung intelligent vereinen? Und welche technischen, gestalterischen und politischen Stellschrauben sind dafür entscheidend?

  • Warum Straßen als Schlüsselakteure im urbanen Wassermanagement an Bedeutung gewinnen
  • Innovative Strategien und Technologien für Regenwassermanagement, Retention und Verdunstungskühlung
  • Rechtliche, planerische und gestalterische Anforderungen an multifunktionale Straßenräume
  • Praxisbeispiele aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – von der Schwammstadt bis zum blauen Band
  • Wechselwirkungen zwischen Verkehrsplanung, Stadtgrün und Wasserinfrastruktur
  • Risiken, Zielkonflikte und die Rolle der interdisziplinären Zusammenarbeit
  • Digitale Tools, Monitoring und Simulation als Gamechanger im Straßenwassermanagement
  • Künftige Trends: klimafeste Quartiere, partizipative Prozesse, neue Materialinnovationen
  • Handlungsempfehlungen für Planer, Kommunen und Entscheider

Straßen im Klimastress: Neue Aufgaben für alte Infrastrukturen

Die klassische Straße – einst als schnurgerade Verkehrsachse für Autos, Busse und LKWs konzipiert – steht heute im Zentrum eines Paradigmenwechsels. Klimawandel, Urbanisierung und die fortschreitende Versiegelung urbaner Räume zwingen Städte und Gemeinden dazu, Straßenräume neu zu denken. Heftige Starkregenereignisse, sommerliche Hitzewellen und zunehmende Trockenperioden machen deutlich: Straßen sind nicht länger passive Durchleiter, sondern müssen als aktive Wasser- und Klimamanager agieren. Die physische Infrastruktur der Straße – Asphalt, Pflaster, Bordsteine – ist zur Klimainfrastruktur geworden.

Starkregen stellt Städte zunehmend vor massive Probleme. Herkömmliche Kanalisationen sind vielerorts überfordert, wenn in Minutenmengen von 30, 50 oder gar 100 Litern pro Quadratmeter fallen. Die Folge: Überflutete Fahrbahnen, vollgelaufene Keller, beschädigte Versorgungsleitungen. Dabei sind Straßen oft das Bindeglied zwischen öffentlichen Flächen, privaten Grundstücken und der Kanalisation. Sie nehmen Oberflächenwasser auf, leiten es ab – oder im Idealfall: sie speichern und verzögern es, damit es gezielt versickern oder verdunsten kann. Das Schlagwort dazu: Retention.

Retention bedeutet, das Regenwasser zurückzuhalten, es zu speichern und zeitverzögert abzugeben. Die Straße wird damit zum temporären Reservoir – ein Konzept, das weit mehr ist als bloßer Hochwasserschutz. Denn gespeichertes Wasser steht auch für Verdunstung zur Verfügung, sorgt für Kühlung und trägt so zur Verbesserung des Stadtklimas bei. Besonders in dicht bebauten Quartieren, wo jeder Quadratmeter Grünfläche zählt, sind solche multifunktionalen Lösungen gefragt. Die Integration von Grünstreifen, Baumrigolen, Mulden-Rigolen-Systemen oder offenen Wasserrinnen ist damit nicht nur ökologisches Feigenblatt, sondern essenzielles Element moderner Infrastruktur.

Doch die Anforderungen gehen über das reine Wassermanagement hinaus. Die Straße wird zur urbanen Lebensader, die Verkehr, Aufenthalt, Ökologie und technische Infrastruktur vereint. Das verlangt von Planern eine neue Denke: Sie müssen Verkehrsfluss, Aufenthaltsqualität, Mikroklima und Wasserhaushalt gleichzeitig im Blick behalten. Zielkonflikte sind dabei vorprogrammiert – etwa wenn Stellplätze Grünflächen weichen sollen oder der Baugrund für Versickerung nicht geeignet ist. Hier sind kreative, interdisziplinäre Lösungen gefragt, die Technik, Gestaltung und Natur intelligent verbinden.

Die gute Nachricht: Die technischen und planerischen Werkzeuge dafür sind längst vorhanden. Von durchlässigen Belägen über unterirdische Speichersysteme bis hin zu digital gesteuerten Wehren und Sensorik – das Arsenal für ein zukunftsfähiges Straßenwassermanagement ist beeindruckend. Entscheidend ist jedoch, wie diese Bausteine zu einem funktionierenden Gesamtsystem verknüpft werden. Denn nur mit einer integralen Planung, die Verkehrs-, Grün- und Wasserinfrastruktur als Einheit begreift, lässt sich die Straße zum echten Wassermanager machen.

Die politische und gesellschaftliche Akzeptanz ist dabei nicht zu unterschätzen. Veränderungen am Straßenraum sind immer auch ein emotionales Thema – vom Wegfall von Parkplätzen bis zur Umgestaltung von Fahrbahnen. Kommunen, Planer und Landschaftsarchitekten stehen deshalb vor der Aufgabe, nicht nur innovative Technik, sondern auch Überzeugungsarbeit zu leisten. Nur wenn die Vorteile für Klima, Stadtbild und Lebensqualität sichtbar werden, lassen sich nachhaltige Veränderungen durchsetzen.

Technologien und Strategien: Wie Straßen zu Wassermanagern werden

Das Herzstück jeder erfolgreichen Straßenwassermanagementstrategie ist die intelligente Kombination aus Drainage, Retention und Verdunstungskühlung. Drainage beschreibt die gezielte Ableitung von Regenwasser – klassischerweise über ein Kanalsystem. Doch dieses System gerät angesichts häufiger Extremwetter an seine Kapazitätsgrenzen. Deshalb setzt die moderne Stadtplanung auf dezentrale, oberflächennahe Maßnahmen, die Wasser nicht nur ableiten, sondern vor Ort halten und nutzen. Hier kommen Retentionsflächen, Mulden-Rigolen-Systeme und Versickerungsmulden ins Spiel.

Mulden-Rigolen-Systeme sind eine Art „Zwischenspeicher“: Sie nehmen Regenwasser von der Straße auf, halten es temporär zurück und geben es langsam an den Untergrund ab. Je nach Bodenbeschaffenheit und Grundwasserstand wird das Wasser entweder zur Versickerung gebracht oder über eine Drossel langsam in die Kanalisation abgegeben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Kanalisation wird entlastet, das Grundwasser angereichert, die Verdunstung gefördert. In Kombination mit Baumpflanzungen – den sogenannten Baumrigolen – lassen sich zudem stadtklimatische Effekte wie Kühlung und Luftreinigung erzielen. Die Wurzeln der Bäume profitieren vom gespeicherten Wasser, die Blätter sorgen für Schatten und Verdunstung, was wiederum die Umgebungstemperatur senkt.

Eine weitere Innovation sind durchlässige Beläge. Sie ermöglichen es, dass Regenwasser direkt an Ort und Stelle versickern kann. Poröse Asphalt- und Pflasterflächen, Sickerfugen oder Schotterrasen reduzieren den Anteil versiegelter Flächen und schaffen kleine Wasserspeicher an der Oberfläche. Besonders in Nebenstraßen, Parkbuchten oder Radwegen lässt sich diese Technik gut integrieren. Doch Vorsicht: Nicht jeder Boden ist für Versickerung geeignet. Vor einer Planung müssen Bodengutachten, Grundwasserstände und das Risiko von Schadstoffeinträgen sorgfältig geprüft werden.

Technisch besonders spannend sind sogenannte blaue-grüne Infrastrukturen. Hier werden Grünflächen, Baumstandorte, offene Wasserläufe und unterirdische Speicher miteinander kombiniert. Sensoren und digitale Steuerungen überwachen Wasserstände und regeln, wohin das Wasser fließt: in die Kanalisation, in ein unterirdisches Speicherbecken oder auf eine bepflanzte Fläche zur Verdunstung. Solche Systeme sind besonders in dicht besiedelten Quartieren interessant, wo der Platz für klassische Grünflächen fehlt. Die Digitalisierung eröffnet zudem neue Möglichkeiten für Monitoring, Wartung und Optimierung – Stichwort Smart City.

Schließlich gewinnt auch die temporäre Nutzung von Straßenflächen als Retentionsraum an Bedeutung. Bei Starkregen können bewusst abgesenkte Fahrbahnen, Kreuzungen oder Parkplätze als Zwischenspeicher dienen. Erst wenn das Wasser abgezogen ist, stehen die Flächen wieder für den Verkehr zur Verfügung. Solche multifunktionalen Lösungen erfordern eine vorausschauende Planung und enge Abstimmung zwischen Verkehrsplanung, Tiefbau und Stadtgestaltung. Sie sind jedoch unverzichtbar, um urbane Räume gegen die Herausforderungen des Klimawandels zu wappnen.

Die Herausforderung bleibt, alle diese technischen Möglichkeiten sinnvoll zu kombinieren. Jede Straße, jedes Quartier, jede Stadt hat andere Voraussetzungen. Die Kunst liegt darin, maßgeschneiderte Lösungen zu finden, die den lokalen Gegebenheiten entsprechen und gleichzeitig robust, wartungsarm und wirtschaftlich tragfähig sind. Interdisziplinäre Teams aus Stadtplanern, Landschaftsarchitekten, Tiefbauern und Hydrologen sind dabei ebenso gefragt wie die Einbindung von Anwohnern und lokalen Akteuren.

Praxisbeispiele und Lessons Learned: Von der Schwammstadt zur urbanen Oase

In der Theorie klingt das alles großartig – doch wie sieht es in der Praxis aus? Ein Blick nach Kopenhagen zeigt, wohin die Reise gehen kann. Die dänische Hauptstadt hat nach dem verheerenden Starkregen von 2011 das Schwammstadt-Prinzip zur Maxime erhoben. Straßen wurden zu grünen Korridoren umgebaut, Mulden und Speicher entlang der Fahrbahnen angelegt, Plätze in multifunktionale Retentions- und Aufenthaltsräume verwandelt. Das Ergebnis: Heute werden enorme Niederschlagsmengen lokal gepuffert, Überflutungen deutlich reduziert und zugleich attraktive Stadträume geschaffen.

Auch in Deutschland gibt es beeindruckende Beispiele. Die Berliner Rummelsburger Straße wurde im Rahmen eines Modellprojekts mit Baumrigolen, durchlässigen Belägen und offener Regenwasserrinne ausgestattet. Das Regenwasser wird dort nicht einfach abgeleitet, sondern gezielt gespeichert und den Bäumen zugeführt. Sensoren messen den Feuchtegehalt im Boden und ermöglichen eine bedarfsgerechte Bewässerung. Die Aufenthaltsqualität hat sich spürbar verbessert, die Straße bleibt auch bei Starkregen sicher befahrbar.

In Zürich wird auf eine Kombination aus Straßenmulden, Retentionsbecken und blau-grünen Achsen gesetzt. Hier dienen Straßen nicht nur dem Verkehr, sondern auch als lineare Parks, Wasserspeicher und Frischluftschneisen. Entscheidend für den Erfolg war die enge Zusammenarbeit zwischen Stadtentwässerung, Grünflächenamt und Mobilitätsplanern. Die Prozesse wurden von Beginn an interdisziplinär aufgesetzt, Zielkonflikte offen diskutiert und gemeinsam gelöst. Die Bürger wurden frühzeitig einbezogen – ein Erfolgsfaktor, der die Akzeptanz und Pflegebereitschaft deutlich erhöhte.

Ein weiteres Beispiel aus Wien: Im Rahmen der Initiative „Blaues Band“ werden Straßenabschnitte gezielt für das Management von Oberflächenwasser umgebaut. Retentionsmulden, Baumgräben und offene Rinnen nehmen Regenwasser auf, speichern es und führen es kontrolliert ab. Besonders innovative Elemente sind die sogenannten Regengärten, die nicht nur Wasser speichern, sondern auch als grüne Oasen für Anwohner und Passanten dienen. Die Stadt hat erkannt, dass funktionierendes Wassermanagement und attraktive Stadträume kein Widerspruch sind, sondern sich gegenseitig beflügeln.

Doch nicht alles läuft rund. Herausforderungen gibt es vor allem bei der Integration neuer Systeme in bestehende Straßennetze. Alte Leitungen, enge Platzverhältnisse, konkurrierende Nutzungen – all das erfordert maßgeschneiderte Lösungen und Kompromisse. Auch die Wartung neuer Anlagen wird häufig unterschätzt. Baumrigolen, Mulden und Sickerflächen müssen regelmäßig kontrolliert und gepflegt werden, um langfristig zu funktionieren. Hier braucht es klare Zuständigkeiten, ausreichende Budgets und ein Umdenken bei den Unterhaltsstrategien der Kommunen. Die Erfahrung zeigt: Nur wer den Betrieb von Anfang an mitdenkt, erzielt nachhaltige Erfolge.

Der wichtigste „Lesson Learned“ aus allen Projekten: Wassermanagement in Straßenräumen ist kein Add-on, sondern Kernbestandteil moderner Stadtentwicklung. Es erfordert Mut, neue Wege zu gehen, und die Bereitschaft, tradierte Planungsmuster zu hinterfragen. Der Lohn sind resilientere, lebenswertere und klimafreundlichere Städte, in denen Straßen mehr sind als Asphalt und Bordstein – sie werden zu Multifunktionsflächen, die urbane Herausforderungen kreativ lösen.

Planungswerkzeuge, Governance und die Rolle der Digitalisierung

Die Transformation der Straße zum Wassermanager ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern vor allem der Planung, Steuerung und Governance. Wer Drainage, Retention und Kühlung in Einklang bringen will, braucht neue Planungsprozesse, digitale Werkzeuge und klare Verantwortlichkeiten. Inzwischen stehen Planern leistungsstarke Softwarelösungen zur Verfügung, mit denen sich Wasserflüsse, Speicherkapazitäten und Verdunstungsleistungen schon in der Entwurfsphase simulieren lassen. Digitale Zwillinge urbaner Räume, wie sie etwa in Hamburg oder Wien entwickelt werden, erlauben es, verschiedene Szenarien durchzuspielen und die Effekte auf das Stadtklima, den Verkehr und die Infrastruktur präzise vorherzusagen.

Der Einsatz von Sensorik und Monitoring ist ein weiterer Gamechanger. Feuchte- und Pegelsensoren, Wetterstationen und IoT-Plattformen liefern Echtzeitdaten zu Niederschlag, Bodenfeuchte und Wasserständen. Diese Daten können genutzt werden, um die Steuerung von Rückhaltebecken, Wehren und Bewässerungssystemen zu automatisieren. So wird aus der Straße ein lernendes System, das auf Wetterextreme flexibel reagieren kann. Die Herausforderung besteht darin, die Vielzahl an Datenquellen zu integrieren, zu interpretieren und in praktikable Maßnahmen zu übersetzen. Hier sind Know-how, Schnittstellenkompetenz und eine enge Abstimmung zwischen den Fachdisziplinen gefragt.

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Governance. Wer ist verantwortlich für Planung, Bau und Unterhalt der neuen Infrastrukturen? Wie werden Zielkonflikte zwischen Verkehr, Aufenthalt und Wassermanagement gelöst? Und wie können Bürger, Unternehmen und Verwaltung sinnvoll eingebunden werden? Erfolgreiche Projekte setzen auf transparente Entscheidungsprozesse, klare Rollenteilung und partizipative Formate. Die Akzeptanz für neue Lösungen steigt, wenn Betroffene frühzeitig eingebunden werden und die Vorteile nachvollziehbar sind.

Die Digitalisierung eröffnet nicht nur neue Möglichkeiten der Steuerung, sondern auch der Kommunikation und Beteiligung. Visualisierungen, Simulationen und digitale Beteiligungsplattformen machen komplexe Zusammenhänge verständlich und laden zur Mitgestaltung ein. Sie helfen, Vorbehalte abzubauen, Alternativen aufzuzeigen und die besten Lösungen im Dialog zu entwickeln. Gerade in Großstädten, wo die Interessenlagen vielfältig sind, ist dies ein entscheidender Erfolgsfaktor.

Abschließend sei betont: Die Verknüpfung von Technik, Planung und Governance ist der Schlüssel zur erfolgreichen Transformation urbaner Straßen. Nur wenn alle Akteure an einem Strang ziehen, wenn Daten, Prozesse und Zuständigkeiten harmonieren, kann die Straße ihr Potenzial als Wassermanager voll entfalten. Die Zukunft liegt in vernetzten, lernenden und partizipativen Systemen, die flexibel auf die Herausforderungen des Klimawandels reagieren – und dabei urbane Lebensqualität neu definieren.

Ausblick und Handlungsempfehlungen: Die Straße als Teil des urbanen Wasserkreislaufs

Der Weg zur klimafesten, multifunktionalen Straße ist anspruchsvoll – aber alternativlos. Angesichts zunehmender Wetterextreme, wachsender Städte und schwindender Ressourcen wird die Integration von Drainage, Retention und Kühlung zur Pflichtaufgabe moderner Stadtplanung. Doch wie gelingt der Wandel vom Asphaltband zum Wassermanager? Zunächst braucht es einen Paradigmenwechsel in der Planungskultur: Straßenräume müssen als Teil des urbanen Wasserkreislaufs verstanden werden, nicht als bloße Verkehrsflächen. Das erfordert Mut zu neuen Denk- und Arbeitsweisen sowie die Bereitschaft, alte Routinen über Bord zu werfen.

Planer, Kommunen und Entscheider sollten frühzeitig auf interdisziplinäre Teams setzen. Nur wenn Stadtplanung, Landschaftsarchitektur, Tiefbau, Wasserwirtschaft und Verkehrsplanung Hand in Hand arbeiten, entstehen Lösungen, die robust, wirtschaftlich und zukunftsfähig sind. Die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen, Start-ups und Technologieanbietern kann helfen, innovative Ansätze rasch in die Praxis zu bringen und aus Pilotprojekten echte Standards zu machen. Förderprogramme auf Landes- und Bundesebene bieten finanzielle Anreize, dürfen aber nicht zum Selbstzweck werden – entscheidend ist die Integration ins langfristige Stadtentwicklungskonzept.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Einbindung der Bevölkerung. Veränderungen im Straßenraum sind immer auch Veränderung des Alltags. Nur wenn Anwohner, Gewerbetreibende und Nutzer die Vorteile neuer Systeme sehen und verstehen, entsteht Akzeptanz und Identifikation. Transparente Kommunikation, partizipative Formate und sichtbare Pilotprojekte sind hier der Schlüssel. In vielen Städten haben solche Ansätze nicht nur zu besseren Lösungen, sondern auch zu mehr Engagement und Pflegebereitschaft geführt.

Die Rolle der Digitalisierung kann kaum überschätzt werden. Von der Planung über die Umsetzung bis zum Betrieb bieten digitale Tools und Plattformen enorme Potenziale. Sie ermöglichen eine präzise Steuerung, erleichtern die Wartung und liefern die Grundlage für kontinuierliche Optimierung. Gleichzeitig schaffen sie Transparenz und machen komplexe Prozesse für alle Beteiligten nachvollziehbar. Die Herausforderung liegt darin, die Technik sinnvoll und bedarfsgerecht einzusetzen – und den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.

Abschließend zeigt sich: Die Straße der Zukunft ist ein Multitalent. Sie nimmt Wasser auf, speichert und verdunstet es, kühlt das Quartier, fördert Biodiversität und schafft attraktive Stadträume. Wer heute auf integrierte, innovative und partizipative Lösungen setzt, rüstet seine Stadt nicht nur gegen die Herausforderungen des Klimawandels – sondern schafft neue Lebensqualität für alle. Die Zukunft der Straße ist blau, grün und lebendig.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Straße als Wassermanager ist keine technische Spielerei, sondern ein zentrales Element nachhaltiger, klimaresilienter Stadtentwicklung. Drainage, Retention und Kühlung lassen sich intelligent vereinen – vorausgesetzt, Planung, Technik und Beteiligung greifen ineinander. Die besten Lösungen entstehen dort, wo mutige Planer, innovative Technik und engagierte Bürger gemeinsam an einem Strang ziehen. Wer die Straße als Teil des urbanen Wasserkreislaufs versteht, gestaltet nicht nur robustere, sondern auch lebenswertere Städte. Garten und Landschaft bietet die Expertise, das Know-how und die Inspiration, damit aus Visionen gelebte Realität wird.

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The Luisenpark in Mannheim

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With highlights such as the new plant show house, a penguin pool and exotic gardens, the Luisenpark in Mannheim attracts a large audience. Image source: BUGA 23 | Daniel Lukac

With highlights such as the new plant show house, a penguin pool and exotic gardens, the Luisenpark in Mannheim attracts a large audience. Image source: BUGA 23 | Daniel Lukac

Mannheim’s Luisenpark is one of the venues for BUGA 2023, but the city’s largest park has had a varied and not always positive history: find out more about the park and recent upgrades for the Federal Garden Show here!

Mannheim’s Luisenpark is one of the venues for BUGA 2023, but the city’s largest park has had a varied and not always positive history: find out more about the park and recent upgrades for the Federal Garden Show here!

Mannheim’s Luisenpark is one of the venues for the 2023 Federal Garden Show, which has seen a great deal of investment in recent years to improve the quality of the park. Today, there is a zoo area, numerous children’s playgrounds, a sound oasis, ponds for boat trips and a green adventure center.

The park consists of two parts: The lower part of Luisenpark is the oldest part of the park and is accessible free of charge. In the upper, newer part, visitors have to pay an entrance fee, but there is also a range of exotic gardens, plant show houses with butterflies, fish, monkeys and crocodiles, animals such as cows, sheep and flamingos in the open air and penguins to see. The daily feeding of the penguins is particularly popular. But the mountain stream, the Chinese tea ceremony in the matching garden and the gondelettas on the Kutzerweihers are also very popular.

In addition to six playgrounds for children and a trampoline area, there are free deckchairs as well as kiosks, restaurants, cafés and barbecue areas. Visitors are allowed to bring their own food and drinks. Events such as concerts and the “Winter Lights” in January attract groups of visitors all year round, as do the sound oasis with its quiet area, the sculpture trail called Heinrich-Vetter-Weg, the seasonal themed gardens and the diverse wildlife.

Over 300,000 flowers make the Luisenpark Mannheim a colorful, cheerful park. This splendor will be preserved even after the Federal Garden Show. The park is divided into various gardens. These include the Chinese garden, the Mediterranean citrus garden and the medicinal plant garden. In the sound oasis, a quiet place between tall trees, you can listen to music in the open air.

The plant show house attracts many visitors even in bad weather. There are not only exotic plant species here, but also hundreds of species of butterflies, underwater areas, a tree fern house and a subtropical hall with a safari offer. In the “Green School”, children learn more about the regional flora and fauna. Vacation courses on storks, butterflies and similar topics are popular.

Storks are a particular feature of Luisenpark, as the largest white stork colony in a major German city can be found here in the heart of Mannheim. These animals are endangered: In the mid-1970s, there were only 15 breeding pairs left in Baden-Württemberg. The Luisenpark team has been committed to protecting white storks for over 20 years. In the meantime, around 850 stork chicks have been born in the park. No wonder the park’s mascot is a white stork called Anton.

The Luisenpark in Mannheim has been around since the 1890s. The plans began in 1886 based on the legacy of Professor Dr. Carl Fuchs. He bequeathed 20,000 gold marks to the city on the condition that it be turned into a contemporary public and civic park “for the benefit of the health of the population of Mannheim”. The Frankfurt garden artist Franz Heinrich Siesmayer was commissioned with the planning and initially designed today’s lower part of the park. Between 1892 and 1894, this approximately 12-hectare old arm of the Neckar was transformed into a landscape-style park in the middle of the then new upper middle-class “Oststadt”. Among other things, it was given decorative elements, a restaurant and a sports field.

The Luisenpark thus fulfilled the donor’s requirements. At the same time, it served to make the villas planned in the peripheral areas more attractive. The new “noble quarter” of Mannheim was thus given a lot of life. Initially, the park’s recreational area was reserved primarily for the residents of the villa district. The name of the green space was intended to honor Grand Duchess Luise von Baden, daughter of Emperor Wilhelm I.

In 1897, the city council of Mannheim approved an extension of the park to the east, today’s upper Luisenpark. Siesmayer was again responsible for the planning. The marshy area was not suitable for residential development and was therefore intended as a forest park with playgrounds and water features. Construction work began in 1897 and lasted around seven years.

Just a few years later, the eastern section of Luisenpark was redesigned again: For the “Great Art and Horticultural Exhibition” in 1907, the city built a palm house and a municipal nursery. Smaller areas of water were combined in 1927 to form a larger pond in the western part of the Upper Park and named after the then Lord Mayor Kutzer. However, the lack of waterproofing and fluctuations in the water level of the Neckar led to problems, as the pond was a muddy hole instead of a beautiful expanse of water, especially at low tide. Level differences of up to nine meters made it impossible to permanently shape the banks.

Changes were also made to Mannheim’s Luisenpark after the Second World War. After its destruction during the war, the Palm House was turned into a new plant show house with newly designed surroundings. The new house, which was open to the public, included aviaries and aquariums. Large regional garden exhibitions were held from 1959 to 1969 and the first Federal Garden Show was held in Mannheim in 1975. The landscape architects Bödeker, Boyer, Wagenfeld & Partner were awarded the contract for this. They redesigned the core areas in Luisenpark. The adjacent telecommunications tower was also completed by the start of the BUGA in 1975, as was the “Aerobus” suspension railroad over the Neckar. Improvements to the Kutzerweiher pond, an elaboration of open spaces and an expansion of the perimeter planting are remnants of this BUGA. Today, the park still looks similar, but is much more densely overgrown.

Today, the new park center of Mannheim’s Luisenpark is the heart of the popular green space and an important element of the Federal Garden Show 2023. The city has completely rebuilt an area of almost two hectares for this purpose. Before the BUGA, part of this area could only be used for internal purposes. Now, for example, the underwater world, the free-flight aviary and the penguin enclosure can be found here.

BEZ + Kock Architekten with Köber Landschaftsarchitektur were largely responsible for the design of the new park center in Luisenpark. It was particularly important to offer the animals the best possible quality of life. The penguin pool also serves to absorb peak summer temperatures. Elements of animal care and technology are housed in a hill so that visitors do not perceive any barriers.

A ticket is required for a visit to the BUGA, which gives access to the Upper Luisenpark, among other things. Day tickets cost 28 euros for adults and season tickets for the BUGA cost 145 euros. The lower Luisenpark is still accessible free of charge.

Read more: Read more about BUGA Mannheim 2023 here.

News in G+L 08/21

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Here you can read the planning news that we summarized for you in G+L 08/21 – including sources and further links.

The print version of G+L has a new section: since January 2021, we have been summarizing the most important, most interesting or most curious planning news every month. Read here what made it into G+L 08/21 – including sources and further links.

Club L94 raises eyebrows with Brüder-Grimm-Platz. Club L94 won the competition for Brüder-Grimm-Platz in Kassel in November 2020. Now the new design is causing a stir. Some describe it as kitschy. Others, however, don’t want a forest in the city. Where the discussion will lead is still unclear. Read more here.

Viktualienmarkt redevelopment. In a joint venture with the planning offices pbb balke + kagerer and bauchplan ).(, the architectural firm bogevischs delivered a future concept for the redevelopment of Munich’s Viktualienmarkt. The next phase of the market’s modernization began in mid-June 2021. bogevischs buero is working intensively on the existing building and its fabric this summer. Read on garten-landschaft.de to find out what renovations are planned for Viktualienmarkt and why you might soon have to shop in Frauenstraße.

Tegel Airport Lake – a development concept. Swimming is permitted north of the former Berlin Tegel Airport. And has been since the 1970s. Gravel extraction left behind the Tegel Airport lake. Recently, the quarry pond has become particularly popular. Noise, garbage and parked cars are the result. A development concept is now to help resolve the conflicts and challenges around the lake. Read all about it here.

ACO and BIRCO – merger. Exciting information from the drainage industry! Provided the relevant competition authorities give their approval, the drainage specialists ACO and BIRCO will merge by the end of 2021. ACO GmbH will join BIRCO GmbH as a shareholder with 100 percent of the shares. Read more here.

Climate change in Germany: New federal climate impact and risk analysis. On June 14, 2021, the Federal Ministry for the Environment and the Federal Environment Agency presented the results of the federal government’s climate impact and risk analysis (KWRA). The message: if things continue as they are, the risks posed by heat, drought and heavy rainfall due to climate change will increase significantly in Germany. We have summarized the most important findings for you here.

Single households continue to increase. Demographic change is one of the key challenges for Germany’s urban planning. What many people forget: Demographic change cannot be equated with ageing alone. Rather, it is defined by a variety of changes in our population structure – including the size of private households. In other words, how many people live together, how and where. The BBSR, the Federal Institute for Research on Building, Urban Affairs and Spatial Development, presented the results of its latest household forecast in May 2021. According to this, the number of single households will continue to increase until 2040. Find out more here.

Dr. Paul Rosenbaum Square by Franz Reschke

National water strategy presented. At the beginning of June 2021, Federal Environment Minister Svenja Schulze presented her draft for a National Water Strategy. With this strategy, the German government wants to protect Germany’s natural water reserves. We give you an overview here.

H. C. Andersen Museum opened by Kengo Kuma. The Hans Christian Andersen House opened in Odense, Denmark, at the end of June. Japanese architect Kengo Kuma designed the museum, where visitors can immerse themselves in a dreamlike fairytale world. The fairytale garden surrounding the museum was designed by Copenhagen-based landscape architecture firm MASU Planning. Find out more about the project here.

Dr. Paul Rosenbaum Square by Franz Reschke. It has been clear since February 2021: Franz Reschke Landschaftsarchitektur are planning Dr. Paul Rosenbaum Square in Ahlen. Documentation on the future design is now available free of charge from the city’s Citizens’ Service or as a download. Find out more here.

The G+L 08/21 is available in our store.