What wind planning in Chicago can do for European cities

Building design
Chicago with the iconic "Bean" artwork in front of the city skyline, symbolizing sophisticated wind planning.

High-precision wind analysis for sustainable urban development. Photo by Lance Anderson on Unsplash.

Wer Chicago nur als Windy City kennt, unterschätzt ihr Potenzial: Hier wird Wind nicht nur zum stürmischen Aushängeschild, sondern längst zum hochpräzisen Planungswerkzeug. Während viele europäische Städte noch mit Luftschneisen und Tabellen hantieren, hat Chicago eine Wissenschaft daraus gemacht, wie Windströme Stadtentwicklung prägen – und genau hier liegt ein wertvoller Schatz für die europäische Planungspraxis begraben.

  • Einführung in die Windplanung und ihre besondere Bedeutung im urbanen Kontext von Chicago
  • Historische und aktuelle Methoden der Windanalyse in Chicago und was davon auf europäische Städte übertragbar ist
  • Wie Windkomfort, Mikroklima und Stadtklima in Chicago systematisch optimiert werden
  • Warum Windplanung in Chicago als Innovationstreiber für nachhaltige und resiliente Städte gilt
  • Überblick über relevante Normen, Simulationstechniken und Beteiligungsprozesse
  • Analyse der Herausforderungen und Chancen bei der Übertragung auf den deutschsprachigen Raum
  • Praktische Empfehlungen für Planer, Architekten und Verwaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz
  • Fazit: Warum Windplanung mehr ist als Ingenieurskunst – und wie sie Teil einer neuen urbanen Kultur werden kann

Wind als Planungsfaktor – Chicago macht vor, wie es geht

Chicago trägt seinen Spitznamen Windy City mit einer Mischung aus Stolz und Ironie. Doch tatsächlich ist der Wind hier seit mehr als einem Jahrhundert ein zentrales Thema der Stadtentwicklung. Es geht längst nicht nur darum, dass am Michigansee gelegentlich ein frischer Zug durch die Straßenschluchten pfeift. Vielmehr ist der Wind in Chicago zum Gegenstand systematischer Forschung, Planung und Steuerung geworden. Während in vielen europäischen Städten Windbelastung und Lüftungseffekte oft nur am Rand der Planung auftauchen, ist in Chicago die Integration von Windanalysen längst Standard. Diese Professionalität hat eine eigene Planungsdisziplin hervorgebracht, die sowohl technische als auch gestalterische Aspekte umfasst.

Der Ursprung dieser besonderen Aufmerksamkeit liegt in der Geschichte Chicagos als Hochhausmetropole. Schon in den 1960er Jahren wurde klar, dass Gebäude von 200 Metern Höhe und mehr nicht nur neue Maßstäbe setzen, sondern auch das Mikroklima massiv beeinflussen. Die ersten „Windtunnelstudien“ entstanden aus der Notwendigkeit, Windlasten auf Fassaden und Fundamenten besser zu verstehen. Doch mit der Zeit wurden die Methoden immer feiner: Es ging nicht mehr nur um Baustatik, sondern um Komfort, Aufenthaltsqualität, Lüftung, sogar um die Frage, wie sich Windströme auf die Wärmebilanz ganzer Quartiere auswirken.

Chicago hat daraus ein System gemacht. Heute werden schon in der Vorentwurfsphase großmaßstäbliche Simulationsmodelle eingesetzt, bei denen Windrichtung, -geschwindigkeit und -verteilung in drei Dimensionen analysiert werden. Die Ergebnisse fließen in städtebauliche Konzepte, Fassadengestaltungen, Bepflanzung und sogar in die Auswahl von Baumaterialien ein. Die Planungsprozesse sind dabei so vernetzt, dass Architekten, Ingenieure, Stadtplaner und Umweltwissenschaftler gemeinsam an Lösungen tüfteln – ein Modell, das in Europa noch selten ist.

Bemerkenswert ist, wie sehr die Stadt dabei auf Transparenz und Partizipation setzt. Öffentliche Präsentationen von Windstudien gehören zur Bauleitplanung ebenso dazu wie Workshops mit Bürgern und Experten. Die Resultate sind sichtbar: In Chicago entstehen Plätze, Promenaden und Hochhausensembles, die trotz extremer Windverhältnisse einladend und nutzbar bleiben. Windschutzwände, Vegetationsinseln, gezielte Öffnungen zwischen Gebäuden und multifunktionale Sockelzonen – alles ist Teil eines umfassenden Windmanagements, das über die reine Technik weit hinausgeht.

Gerade für europäische Städte, die sich zunehmend mit Hitze, Luftverschmutzung und dem Wunsch nach lebendigen, nutzbaren Außenräumen befassen, bietet der „Chicago Way“ eine Fülle von Anregungen. Es geht dabei nicht um das Kopieren amerikanischer Lösungen, sondern um das Lernen aus einer Kultur, in der Windplanung nicht als Makel, sondern als Chance begriffen wird. Und genau hier beginnt der spannende Transfer in den deutschen, österreichischen und schweizerischen Kontext.

Windkomfort, Simulation und Stadtklima: Was Chicago anders macht

Die vielleicht größte Stärke Chicagos liegt in seiner konsequenten Verbindung von wissenschaftlicher Präzision und gestalterischer Ambition. Windkomfort wird hier nicht dem Zufall überlassen, sondern als zentrales Qualitätskriterium verstanden. Schon in der Konzeptphase neuer Gebäude oder Quartiere erstellt das Team aus Planern, Klimaphysikern und Ingenieuren digitale Modelle, die sämtliche Windströme – von der Straßenebene bis zur Dachterrasse – erfassen. Grundlage sind dabei hochauflösende Stadtmodelle, die aus Laserscan-Daten, Wetterstationen und historischen Aufzeichnungen gespeist werden.

Im Unterschied zu vielen europäischen Städten, wo Windanalysen oft erst spät und fragmentarisch erfolgen, setzt Chicago auf eine frühe, iterative Einbindung. Das Mittel der Wahl sind Computational Fluid Dynamics, kurz CFD-Simulationen, die mit enormer Detailtiefe zeigen, wie Luft um und durch Gebäude strömt. Diese Simulationen sind längst nicht mehr nur Domäne von Spezialisten, sondern werden als Planungsgrundlage und Kommunikationsmittel genutzt. Besonders spannend: Die Ergebnisse werden oft öffentlich gemacht, um Transparenz zu schaffen und Betroffene frühzeitig einzubinden.

Doch Windplanung ist in Chicago mehr als eine Frage der Technik. Es geht darum, Aufenthaltsqualität und Mikroklima gezielt zu gestalten. Windgeschützte Zonen, gezielte Durchlüftung von Innenhöfen, die Platzierung von Bäumen und Sitzgelegenheiten – all das wird nicht dem Zufall überlassen. Besonders im Winter, wenn eisige Winde aus Richtung der Großen Seen blasen, sind durchdachte Lösungen gefragt, um das Leben im öffentlichen Raum möglich zu machen. Im Sommer wiederum helfen gezielte Windführungen dabei, Hitzeinseln zu vermeiden und das Stadtklima abzukühlen.

Interessant ist, wie eng Windplanung mit anderen Disziplinen verknüpft wird. Beispielsweise fließen die Erkenntnisse aus Windanalysen auch in die Planung von Begrünungsmaßnahmen, Regenwassermanagement und nachhaltigen Mobilitätskonzepten ein. Es entstehen multifunktionale Freiräume, in denen Wind als Ressource begriffen wird – etwa zur natürlichen Belüftung oder zur Energiegewinnung durch integrierte Windturbinen.

Ein weiteres zentrales Element ist die kontinuierliche Evaluation: In Chicago werden Windmessungen und Komfortanalysen nicht nur für Neubauten, sondern auch für Bestandsquartiere regelmäßig durchgeführt. Dadurch entsteht ein lernendes System, das sich stetig anpasst und verbessert. Für europäische Städte, die mit dem Klimawandel und zunehmend extremen Wetterlagen kämpfen, bietet dieser Ansatz eine Fülle von Anknüpfungspunkten – von der Entwicklung smarter Simulationsmodelle bis zur Integration von Windfragen in die Stadtgestaltung.

Übertragbarkeit auf europäische Städte: Chancen, Stolpersteine und Spielräume

Was also können Hamburg, Zürich, Wien und Co. von Chicago lernen – und wo endet der Vergleich? Zunächst einmal: Die meteorologischen und städtebaulichen Rahmenbedingungen unterscheiden sich. Chicago liegt an einem riesigen Binnensee, mit kontinentalem Klima und enormen Windgeschwindigkeiten. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Grundprinzipien der Windplanung nicht übertragbar wären. Im Gegenteil: Viele zentrale Methoden und Werkzeuge lassen sich anpassen und bieten gerade für dicht bebaute, hitzegeplagte oder lufthungrige europäische Städte große Chancen.

Der erste Schritt ist ein Kulturwandel in der Planung. Während Wind- und Klimafragen in deutschen, österreichischen und schweizerischen Städten oft nachrangig behandelt werden, zeigt Chicago, wie zentral sie für urbane Lebensqualität sind. Es geht darum, Wind als Gestaltungsfaktor ernst zu nehmen und systematisch in die Stadtplanung zu integrieren. Das erfordert Mut zur interdisziplinären Zusammenarbeit und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen – etwa durch die frühzeitige Einbindung von Windexperten in Wettbewerbe, Bebauungsplanungen und Bürgerbeteiligungen.

Technisch sind die Hürden heute niedriger denn je. Moderne CFD-Software, Laserscanning und GIS-basierte Stadtmodelle sind auch in Europa verfügbar. Entscheidend ist jedoch, diese Werkzeuge nicht als exotische Extras, sondern als selbstverständlichen Teil der Planung zu sehen. Hier können Kommunen und Planungsbüros von Chicago lernen, wie man Windstudien als integralen Bestandteil begreift und ihnen entsprechenden Stellenwert beimisst. Gerade im Zuge der Digitalisierung und der Verfügbarkeit urbaner Digital Twins eröffnen sich neue Möglichkeiten, Winddaten in Echtzeit zu erfassen und zu simulieren.

Ein Stolperstein sind allerdings die rechtlichen und normativen Rahmenbedingungen. Während in Chicago Windkomfort und -sicherheit oft explizit in Bauvorschriften verankert sind, fehlen in vielen europäischen Ländern verbindliche Regelwerke. Hier braucht es Initiative von Fachverbänden, Verwaltungen und Politik, um Windplanung als Querschnittsaufgabe zu etablieren. Die Entwicklung einheitlicher Standards, etwa für die Bewertung des Windkomforts im öffentlichen Raum, wäre ein wichtiger Schritt.

Schließlich ist die Kommunikation ein zentrales Thema. Wind ist unsichtbar – seine Wirkung aber spürbar. Um Akzeptanz für neue Planungsansätze zu schaffen, braucht es verständliche Visualisierungen, transparente Prozesse und die Einbindung aller Beteiligten. Chicago zeigt, wie das gelingen kann: durch offene Daten, öffentliche Präsentationen und eine Planungskultur, die auch schwierige Themen nicht versteckt, sondern offensiv angeht.

Praktische Empfehlungen: So gelingt der Transfer in den deutschsprachigen Raum

Damit die Windplanung à la Chicago nicht bloß ein faszinierendes Studienobjekt bleibt, braucht es konkrete Strategien für die Übertragung. Der erste Schritt ist, Windfragen von Anfang an in den Planungsprozess zu integrieren. Das bedeutet: Schon bei der Erstellung von Flächennutzungs- und Bebauungsplänen sollte geprüft werden, wie sich neue Bauvolumen, Straßenführungen und Freiräume auf das lokale Windklima auswirken. Hier können digitale Stadtmodelle und erste CFD-Simulationen wertvolle Hinweise liefern – und spätere Korrekturen vermeiden helfen.

Ein zweiter, häufig unterschätzter Aspekt ist die Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen. In Chicago arbeiten Architekten, Stadtplaner, Ingenieure, Umweltwissenschaftler und Bürger eng zusammen, um ganzheitliche Lösungen zu entwickeln. Diese Kultur der Kooperation lässt sich auch im deutschsprachigen Raum stärken – etwa durch interdisziplinäre Wettbewerbe, gemeinsame Fortbildungsformate und offene Datenplattformen.

Wichtig ist zudem, den Windkomfort nicht als Luxus, sondern als Basis urbaner Lebensqualität zu verstehen. Das bedeutet, Aufenthaltsqualität und Nutzbarkeit des öffentlichen Raums gezielt zu fördern – durch gezielte Windabschirmungen, kluge Bepflanzung, flexible Möblierung und die Gestaltung von Übergangszonen. Besonders in Zeiten des Klimawandels, in denen Hitzeperioden und Starkwinde zunehmen, kann eine intelligente Windplanung helfen, Freiräume ganzjährig nutzbar zu machen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die Digitalisierung. Die Entwicklung urbaner Digital Twins erlaubt es, Winddaten in Echtzeit zu erfassen, Simulationen fortlaufend zu aktualisieren und daraus adaptive Planungsstrategien abzuleiten. Städte wie Wien oder Zürich machen vor, wie solche digitalen Stadtmodelle Schritt für Schritt aufgebaut und genutzt werden können. Dabei ist Transparenz entscheidend: Die Ergebnisse von Windstudien sollten öffentlich zugänglich sein, um Vertrauen zu schaffen und Beteiligung zu ermöglichen.

Schließlich braucht es einen langen Atem. Windplanung ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Lernprozess. Regelmäßige Evaluationen, Monitoring und die Bereitschaft, aus Fehlern zu lernen, sind entscheidend für den Erfolg. Hier können Fachverbände, Hochschulen und Verwaltungen gemeinsam Standards setzen und eine neue Planungskultur etablieren, in der Wind nicht als Störfaktor, sondern als Ressource begriffen wird.

Fazit: Windplanung als Schlüssel für die resiliente Stadt von morgen

Die Windplanung in Chicago ist weit mehr als eine technische Disziplin – sie ist ein Paradebeispiel für vernetztes, innovatives und mutiges Stadtmachen. Wer genauer hinschaut, erkennt: Hier wird Wind nicht bekämpft, sondern gestaltet. Die Stadt nutzt ihre natürlichen Bedingungen als Ausgangspunkt für lebenswerte, nachhaltige und zukunftsfähige Quartiere. Für europäische Städte ist das eine Einladung, Wind als zentrales Planungsinstrument ernst zu nehmen und systematisch in die Stadtentwicklung zu integrieren.

Der Weg dahin führt über interdisziplinäre Zusammenarbeit, den Einsatz moderner Simulations- und Modellierungstechnologien sowie eine offene, verständliche Kommunikation mit allen Beteiligten. Nicht zuletzt braucht es aber auch den Mut, bestehende Routinen zu hinterfragen und neue Standards zu setzen – sei es durch verbindliche Regelwerke, innovative Pilotprojekte oder die konsequente Nutzung digitaler Werkzeuge.

Wenn europäische Städte die Lektionen aus Chicago aufnehmen, eröffnen sich neue Perspektiven für die Gestaltung urbaner Räume. Windplanung kann so zum Motor für klimaresiliente, gesunde und attraktive Städte werden – weit über technische Lösungen hinaus. Die Zukunft liegt in einer Planung, die Wind nicht als Problem, sondern als Potenzial begreift, und die Stadt als dynamisches System versteht, das ständig im Fluss ist.

Am Ende ist klar: Wer Windplanung als integralen Bestandteil urbaner Entwicklung begreift, gewinnt nicht nur Komfort und Sicherheit, sondern auch Gestaltungsfreiheit und Innovationskraft. Chicago zeigt, wie das geht – jetzt ist es an der Zeit, dass Europas Städte den Wind nutzen, um neue Wege zu gehen.

POTREBBE INTERESSARTI ANCHE

For three days, the Documenta is reserved for trade visitors and journalists. The major five-year exhibition opens tomorrow, Saturday. Restorers are indispensable at the world-famous show. Tilmann Daiber and Eckehard Kneer are once again working for this year’s Documenta. Our Berlin correspondent Uta Baier spoke to them. Advertorial Article Parallax Article The list of documenta staff includes […]

For three days, the Documenta is reserved for trade visitors and journalists. The major five-year exhibition opens tomorrow, Saturday. Restorers are indispensable at the world-famous show. Tilmann Daiber and Eckehard Kneer are once again working for this year’s Documenta. Our Berlin correspondent Uta Baier spoke to them.

In addition to many curators, the list of documenta staff includes three restorers: one Greek, who is responsible for the Athens station, and two Germans: Ekkehard Kneer from Berlin and Tilman Daiber from Stuttgart. Both are working for the documenta for the fifth time. Uta Baier spoke to them about their tasks and their fascination with the world art exhibition in Kassel.

Why do you work as conservatorsfor documenta?

Ekkehard Kneer: A documenta is always a great event that requires a great deal of personal input. That’s why we are very happy to be part of it again. And we can contribute the experience we have gained from previous documenta exhibitions.

Tilman Daiber: I can only agree with that. You develop a great affinity with this event.

Is Kassela special challenge for you? Or whatdo you as conservators like about working on this type of event exhibition?

Tilman Daiber: The conservator’s field of work has changed over the past 20 years anyway – a lot of exhibition support has been added. This is also a large part of our documenta work. The documenta is also regarded as the most important exhibition of contemporary art in the world. Working on it is very exciting and a great challenge.

What kind of challenge?

Tilman Daiber: We have a team of six employees who want to ensure that the 700 or so works of art by more than 100 artists at around 30 venues have a good stay. That alone is a logistical challenge.

Ekkehard Kneer: Since most things are decided spontaneously on site, this dynamic of setting up the exhibition is the challenge – regardless of whether it has to do with huge crates or a spontaneous window removal.

What are your specific tasks?

Ekkehard Kneer: There are always many new productions that are created directly for Kassel. As soon as the concepts are ready, questions are asked of us as material specialists during implementation. With our knowledge of the history of the materials, we can give a tip or two. Otherwise, we only look after the works once they are finished and we draw up condition reports. One of the special features of an exhibition like documenta are exhibition venues that do not correspond to classic museum conditions. Our work is therefore not so much about classic restoration, but more about advising on planning, installation and the actual set-up.

Tilman Daiber: Once the exhibition is open, the main focus is on caring for the works of art. We make daily care tours.

This year, Athens is also an exhibition venue for documenta. Have you also been to Athens?

Tilman Daiber: No, we have our own team there. We were on standby if something had happened, but it didn’t.

Ekkehard Kneer: We briefly summarized our experiences beforehand and made them available to the team in Athens. They had never prepared such a large exhibition before.

You’ve already mentioned that alarge part of your work is accompanying the exhibition and setting it up. To what extent is this different from the work youdo for other exhibitions?

Tilman Daiber: It’s actually the size of this exhibition that makes the work special. Once you’ve experienced it, not much scares you anymore.

What was thebiggestdamage youhad to repair during the exhibition?

Ekkehard Kneer: Every documenta is bigger than its predecessor and has more visitors. Humidity and dust levels increase. During our tours, we sometimes have to remove dust from works of art every day.

I have also observed another development: Increasingly, artists want to enable visitors to interact with the artworks. However, as they have more experience in the much smaller and more protected gallery environment, there is more frequent damage. After all, hundreds of thousands of people “use” such works in Kassel. It is always annoying that a damaged work of art is then closed for the duration of the restoration. That’s why we work with the artists and curators to find a practicable way to ensure that works are not so vulnerable when they are used.

Tilman Daiber: And of course there is also vandalism. Especially with the outdoor sculptures.

There is a lot of talk about the brutalization of morals in public spaces. What are your experiences? How do documenta visitors treat the art? Different from twenty years ago?

Tilman Daiber: Unfortunately, there is less respect for art. Of course, an exhibition like this also has the character of an event, which is intended to appeal to many different visitors. A certain lack of understanding towards contemporary art has accompanied me for many years. In my view, nothing has changed.

Ekkehard Kneer: A brutalization of morals – no. But I have the impression that the many touchscreens and virtual realities that people are constantly using today have increased the desire to touch something. Whether this has to do with a lack of tactile experience or with the habit of being able to touch everything on the screens, I don’t know. But I can see that many visitors touch and feel the art.

Do you actually have a favorite documenta?

Ekkehard Kneer: My first documenta collaboration was in 1992 at d 9. That was my initiation, so to speak – not only in Kassel but also into the world of contemporary art. These first experiences were, of course, very formative, because the first time you see your surroundings with much greater attention.

Tilman Daiber: My first was documenta 10, which I experienced as a student and which was formative. But I have to say that I found the last one, d13, very remarkable because of its selection of art and the contemporary spirit that prevailed there.

In both Kassel and Athens, the Documenta lasts 100 days. In Athens, the Documenta can be seen until July 16. You can read an article about this year’s Documenta in the current July issue of RESTAURO 4/2017.

What should the museums of the future look like?

Building design
Digital release event of the anthology "Museums of the Future. Trends and challenges of innovation-oriented cultural management" (edited by Henning Mohr and Diana Modarressi-Tehrani) in February 2022

Digital release event of the anthology "Museums of the Future. Trends and challenges of innovation-oriented cultural management" (edited by Henning Mohr and Diana Modarressi-Tehrani) in February 2022

On February 10, 2022, the Landesverband der Museen zu Berlin e.V. (LMB), together with the Kulturpolitische Gesellschaft e. V. and the Netzwerk Agile Kultur, invites you to the digital release event of the anthology “Museums of the Future. Trends and Challenges of an Innovation-Oriented Cultural Management” (edited by Henning Mohr and Diana Modarressi-Tehrani). As society changes, traditional ways of working in museums are increasingly […].

On February 10, 2022, the Landesverband der Museen zu Berlin e.V. (LMB), together with the Kulturpolitische Gesellschaft e. V. and the Netzwerk Agile Kultur, invites you to the digital release event of the anthology “Museen der Zukunft. Trends and challenges of innovation-oriented cultural management” (edited by Henning Mohr and Diana Modarressi-Tehrani)

As society changes, the traditional working methods of museums are increasingly reaching their limits: The framework conditions for the management of cultural institutions are changing fundamentally. Nevertheless, topics such as cultural entrepreneurship and leadership, design thinking and artificial intelligence are still only peripheral issues in the museum discourse.

What should the museums of the future look like? And what significance does innovation have for the sustainable development of cultural institutions? This volume brings together contributions from leading personalities from the museum and cultural landscape who present forward-looking methods and approaches for work in museums from different perspectives.

Joint cooperation

The joint event of the Kulturpolitische Gesellschaft, the LMB-Landesverband der Museen zu Berlin and the Netzwerk Agile Kultur will be moderated by Martin Zierold, Head of the Institute for Culture and Media Management at the Hamburg University of Music and Drama. The panel will include LMB chairpersons Patricia Rahemipour and Paul Spies, publisher Henning Mohr, authors Patrick S. Föhl, Anna Greve, Daniel Neugebauer and Ivana Scharf as well as Doreen Mölders.

The initiators

Dr. Henning Mohr is head of the Institute for Cultural Policy of the Kulturpolitische Gesellschaft e.V. in Bonn. The culture and innovation manager has worked for the German Mining Museum in Bochum, among others. He previously completed his doctorate at the DFG Research Training Group “Innovation Society Today” (TU Berlin, Institute of Sociology) on the innovation potential of artistic interventions in transformation processes.

Participation is free of charge. Registration at: https://kulturprojekteberlin.typeform.com/to/mBMyMXJc…

Reading tip: What does the future of museums look like? Museum Association President Eckard Köhne calls for appropriate support for museums from politicians and museum sponsors. After all, museums should not be reduced to their entertainment function, as they are places of education. Read more about this here.